Oldtimer und Kraftfahrzeuge
Oldtimer Allgemein Lastkraftwagen Omnibus Motorrad Traktor
1. Oldtimer Allgemein
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Der Begriff Oldtimer, Oldie, oder auch Veteran bezeichnet ein Kraftfahrzeug(insbesondere ein Automobil, einen Lastkraftwagen, einen Omnibus, ein Motorradoder einen Traktor), das älter als 30 Jahre ist. Bei jüngeren Fahrzeugen ab einem Alter von etwa 20 Jahren ist auch der BegriffYoungtimergebräuchlich.
Oldtimer sind zumeist Sammlerstücke. Es muss sich nicht immer um ein gut erhaltenes oder restauriertesFahrzeug handeln, auch unrestaurierte im Originalzustand belassene Autos und Motorräder gehören dazu.
Begriffsherkunft
Ähnlich wie das deutsche WortHandyund andere "Falsche Freunde" bedeutete das Wort Oldtimer im Englischen ursprünglich etwas völlig anderes, nämlich alter Mann oder Opa. Für Fahrzeuge vergangener Epochen ist im Englischen vielmehr der Ausdruck classic car, vintage car oder veteran(car) gebräuchlich.
Der Begriff Oldtimer ist an sich ein Oberbegriffund als solcher unscharf.
Der Begriff Veteran wird teilweise synonym mit Oldtimer benutzt, teilweise bezeichnet er Fahrzeuge bis zum Baujahr 1918. Der Begriff Klassiker etwa wird für Fahrzeuge bis zum Baujahr 1945oder aber ab einem Alter von manchmal 30, manchmal auch 40 Jahren benutzt. Fahrzeuge mit einem Alter zwischen 20 und 30 Jahren werden als Youngtimerbezeichnet.
Genaue Begriffsdefinition finden sich aber dazu selten, teilweise tauchen sie im Reglement derFIVA(Fédération Internationale des Véhicules Anciens) und des DMSB(Deutscher Motor Sport Bund e.V.) auf. Mitunter werden die vorgenannten Begriffe von Kfz-Versicherungenzur Unterscheidung von Tarifgruppen benutzt, allerdings uneinheitlich.
Klassifizierung
Die international gebräuchliche Klassifizierung, wie sie etwa von FIA, FIVA und nationalen Automobilclubs wie dem AvDverwendet wird, ist wie folgt eingeteilt:
  • Class A, Ancestor, vom Anbeginn bis 31. Dezember 1904
  • Class B, Veteran, vom 1. Januar 1905 bis 31. Dezember 1918, auch Edwardians (GB) oder Kaiserzeit (D) genannt
  • Class C, Vintage, vom 1. Januar 1919 bis 31. Dezember 1930
  • Class D, Post Vintage, vom 1. Januar 1931 bis 31. Dezember 1945
  • Class E, Post War, vom 1. Januar 1946 bis 31. Dezember 1960
  • Class F, Wirtschaftswunder, vom 1. Januar 1961 bis 31. Dezember 1970
  • Class G, Youngtimer, vom 1. Januar 1971 bis 31. Dezember 1980

Eine Class H existiert derzeit noch nicht, man spricht, wie etwa beim Int. Concours d'Elegance inSchwetzingenvon Klassikern der Zukunft - classics of the future.
Veteran
Die heute im allgemeinen Sprachgebrauch nur noch selten benutzte Bezeichnung Veteran wurde bis in die 1960er und 1970er Jahre verwendet. Früher war auch die Bezeichnung Schnauferl verbreitet, diese wird heute jedoch als altbacken zumeist abgelehnt. Der Begriff Schnauferl leitet sich vom Geräusch des Schnüffelventilsab, das bei alten Viertakt-Motoren als Einlassventil verwendet wurde. Das typische Geräusch gab dem im Jahr 1900 gegründeten Allgemeinen Schnauferl-Club ASC seinen Namen, der heute der älteste existierende Oldtimer- Club in Deutschland ist.
In Gesetzestexten spricht man in Österreich von Historischen Fahrzeugen.
Definition Oldtimer
Die in der deutschen Sprache verwendete Bezeichnung Oldtimer ist strenggenommen alsScheinanglizismuszu bezeichnen. Im englischsprachigen Raum bezeichnet old-timer einen älteren Menschen, oder genauer: einen Menschen, der den Werten und Gegebenheiten älterer oder vergangener Zeiten anhängt, und kaum je ein Fahrzeug. Verwendet wird der Begriff auch in der Musik, etwa im Jazz, wo von Oldtime-Sound gesprochen wird. Auf Englisch werden solche Autos vintage cars, classic cars oder antique cars genannt.
Auch gesetzlich sind Definitionen notwendig: die Versicherungsanforderungen alter Motorfahrzeuge unterscheiden sich von denen im Alltag verwendeter Kfz, für welche die allgemeinen Services und TÜV/Plaketten-Überprüfungen ausreichen sollten, und ebenso entwickelt sich die Technik stets weiter (Sicherheit, Verbrauch, Abgas u.ä.). Einer entsprechenden Nachrüstung von Oldtimern stehen - von Fall zu Fall unterschiedlich - grundsätzlich zwei Arten von Hürden entgegen: Nostalgie bzw. Originalitätsanspruch sowie Grenzen der Machbarkeit (abgesehen von Kosten). Andere Wirkungen und Risiken machen andere Regeln nötig, u.a. bezüglich der jährlich zulässigen Gesamtstrecke.
Deutschland
Als Oldtimer gelten in der Bundesrepublik Deutschlandab 1. März 2007 generell mindestens 30 Jahre alte Kfz: laut §2 Nr. 22 der dann in Kraft tretenden Fahrzeugzulassungs-Verordnung (FZV), die die bisherige StVZO ablöst. Damit läuft dann auch die rechtliche Anerkennung der Youngtimer aus.
Youngtimer: 07-Wechselkennzeichen
War bis 28. Februar2007für mindestens 20 Jahre alte Sammler-Fahrzeuge möglich, zu erkennen an der roten 07er-Nummer (ORT-07123) ähnlich dem roten 06er Händler- Kennzeichen (ORT-06123). Auf dieses spezielle Wechselkennzeichen können mehrere Fahrzeuge eingetragen werden. Die Steuer beträgt z. Z. pauschal pro Jahr für Kennzeichen nur für Motorräder 46,02 EUR und für 07er Kennzeichen für alle anderen Kfz 191,73 EUR.
Weiter gültig bleiben bereits unbefristet bewilligte 07er-Schilder für Youngtimer. Mit Beginn 2007 verlieren jedoch auch nicht unbedingt alle auf befristeten 07er-Kennzeichen eingetragene Fahrzeuge, die jünger als 30 Jahre sind, diesen Status: Einige Bundesländer haben bereits unabhängig von einer Befristung des Kennzeichens Bestandsschutz für bis zu dem Stichtag eingetragene Fahrzeuge unter 30 Jahre garantiert.
Die Definition dazu in der 49. Ausnahmeverordnung zur StVZO: Gestattet sind Probefahrten, Prüfungsfahrten durch Kfz-Sachverständige, Überführungsfahrten, Fahrten zur Wartung und Reparatur sowie An- und Abfahrten zu sowie die Teilnahme selbst an Veranstaltungen, die der Darstellung von Oldtimerfahrzeugen und der Pflege des kraftfahrzeugtechnischen Kulturguts dienen. Dies ändert sich auch nach der neuen FZV nicht.
Das Kennzeichenpaar wird jeweils von einem Fahrzeug zum nächsten Fahrzeug mitgenommen und gewechselt, zum selben Zeitpunkt darf nur jeweils eines im Verkehr sein. Nicht statthaft ist der normale Alltags-Gebrauch von Fahrzeugen mit 07er Wechsel-Kennzeichen. In vielen Städten und Kreisen ist es schwierig zu erhalten, was mit Bedenken wegen Missbrauchs gerechtfertigt wird. Jüngst aber (2004) sehen sich immer mehr Oldie-Liebhaber bei Ämtern grundsätzlich abgewiesen, wenn das Fahrzeug nicht bereits mindestens 30 Jahre alt ist oder zumindest einen gewissen Seltenheitswert hat. Hiergegen konnte aber erfolgreich Widerspruch eingelegt werden.
Voraussetzungen für den Erwerb dieses Kennzeichens:
  • Der Youngtimer sollte nach der Intention des Gesetzgebers 20, darf im Ausnahmefall (Raritätenstatus mit Gutachten) jünger oder muss in seltenen Einzelfällen bei sehr hohen Stückzahlen der Baureihe auch älter als 20 Jahre sein.
  • Das Fahrzeug muss vorübergehend stillgelegt sein (und entfällt deshalb auch nach zwölf Monaten automatisch in den nachfolgenden Statistiken des KBA Flensburg). Diese Stilllegung ist obligatorisch, um eine verdeckte Doppelanmeldung zu verhindern.
  • In den einigen bekannten Erteilungsfällen musste (ungesetzlicherweise) ein ganzjährig angemeldetes Alltagsfahrzeug nachgewiesen werden. Bei Betrieb mit Saisonkennzeichen müssen sich zwei oder mehr Alltagsfahrzeuge in ihren Zulassungsintervallen auf zwölf Monate ergänzen.
  • Einzelne Zulassungsstellen interpretieren die Funktion dieses Wechselkennzeichen zur Einstiegshürde um und machen das Vorhandensein mindestens zweier Oldies zur Bedingung (ebenfalls ungesetzlich). Auf der anderen Seite der Hürde ist klar, dass mit 07er-Schildern bis zu zehn, auf Sonderantrag beim zuständigen Regierungspräsidenten auch bis zu 20 Oldies im Wechsel bewegt werden dürfen.
  • Das Kennzeichen selbst, nicht aber das/die einzelne/n Fahrzeug/e, bedarf eines speziellen Versicherungsschutzes für Old- oder Youngtimer (viele Versicherungen wollen Fotos von allen Seiten des Fahrzeugs, die einen sammlungswürdigen Zustand oder zumindest eine Seltenheit des Fahrzeuges belegen).

Die Zulassungsstelle (Stand: Januar 2006) berechnet 96 Euro Gebühr + 28 Euro für die Kennzeichen + 191,73 Euro pauschale Jahressteuer. Hinzu kommen die Kosten für die Haftpflichtversicherung je nach Anbieter und Fahrzeugen.
Oldtimer H-Autokennzeichen
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Opel Kadett B(1965-1973)
In Deutschland genießen Besitzer von Oldtimern für ihre Fahrzeuge steuerliche Vergünstigungen, zu erkennen am H am Ende des Kfz-Kennzeichens(Formalbeispiel ORT-DE 1234 H), wobei das Hfür historisch steht. Das Fahrzeug muss mindestens 30 Jahre alt sein. Alle Fahrzeuge, die vor dem 1. Juli 1969 gebaut bzw. erstzugelassen wurden, sind auch von derAbgasuntersuchungbefreit. Auch die Versicherungskosten sind oftmals niedriger, soweit das Angemeldetsein eines weiteren "normalen" Alltags-Fahrzeugs daraufhin deutet, dass der Oldie nur zum Vergnügen unterhalten wird. Das H- Kennzeichen wird erst nach einer technischen Untersuchung zugeteilt, in der der originale bzw. zeitgenössische und gut erhaltene Zustand des Fahrzeugs bestätigt wird. Bei veränderten Fahrzeugen (Leistungssteigerung, Fahrwerksumbauten) oder erkennbar alltäglich abgerittenen Altfahrzeugen legen sich die technischen Prüfer oftmals quer und verweigern den H-Status. Der Vorteil dieses Status liegt in einer pauschalen Kfz-Steuer(2005: 191,73 Euro im Jahr), die nicht vom Hubraumdes Motors und dem Vorhandensein eines Katalysatorsabhängt. Nach Angaben derBundesregierungwaren im Dezember 2006 deutschlandweit 152.817 Fahrzeuge mit H-Kennzeichen ausgestattet.
Österreich
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Austro-Daimler, Technisches Museum Wien
Historisch ist laut Verkehrsminister-Erlass zur 26. Kraftfahrzeugsgesetz-Novelle ein erhaltungswürdiges, nicht zur ständigen Verwendung bestimmtes Fahrzeug in akzeptablem Erhaltungszustand
a) mit Baujahr 1955 oder davor, oder
b) das älter als 25 Jahre und in die vom Bundesminister für Wissenschaft und Verkehr approbierte Liste der historischen Fahrzeuge eingetragen ist. Sie enthält etwa keine Massenmodelle mit großer Verbreitung auf dem Markt, auch wenn sie schon über 25 Jahre alt sind (KFG-Erstfassung 1967, 26. Novelle 2005, Erlass 2006).
Spielraum: in Zweifelsfällen entscheidet der Minister, zur Entscheidungshilfe gibt ein ehrenamtlicher ExpertInnenbeirat Empfehlungen: generell, etwa für die oben erwähnte Fahrzeugliste (der Firma Eurotax), sowie zu Einzelanträgen, wie für nicht aufgelistete Modelle oder besondere Ausstattung. Erhaltungswürdig ist Originalität: dazu müssen sich die Hauptbaugruppen im Originalzustand befinden. Zubehör oder Ersatzteile dürfen bis 10 Jahre nach Erzeugung des Kfz im Handel angeboten worden und müssen handelsüblich oder werksnahe sein, dürfen den Originaleindruck nicht beeinträchtigen und sind nachweispflichtig (Literatur, Prospekte, Fotos o.ä.). Ein innerhalb dieser Grenzen veränderter Grundcharakter des Fahrzeugs und seiner technischen Konstruktionsmerkmale führt entsprechend dem Baujahr des betreffenden Teils zu einer Neueinstufung (bezüglich entsprechend jüngerer, also strengerer einzuhaltender Bedingungen: Sicherheit, Abgas usw.).
Gebrauch (...) Historische Kraftwagen dürfen nur an 120 Tagen pro Jahr verwendet werden, historische Krafträder nur an 60 Tagen pro Jahr. Über diese Verwendung sind fahrtenbuchartige Aufzeichnungen zu führen und der Behörde auf Verlangen vorzulegen. Nachweis ist möglich 1) über einen speziellen Versicherungsvertrag sowie Hinterlegung der Kennzeichen bei der Behörde (kostengünstigste Methode), 2) über Fahrtenschreiber oder Kontrollgerät, 3) über ein bei einem Veteranenclub registriertes Fahrtenbuch. (Das ist stets mitzuführen; ausführlicher Eintrag vorab, genaue Daten unmittelbar nach der Fahrt; Organisationen: 4 Veteranenclubs sowie die 2 größten Autofahrerclubs.)
Weiters u.a. zu beachten: EU-konforme Lärmgrenze von 89 dB(A), sofern kein strengeres Kriterium gilt, und Begutachtung alle zwei Jahre.
Schweiz
In der Schweizgelten Automobile je nach Kanton ab 25 oder 30 Jahren als Veteranen. Unter einer steuerlich begünstigten Veteranenzulassung können je nach Kantonbis zu fünf oder zehn Fahrzeuge eingelöst sein, der Fahrer darf jedoch nicht mehr als 3.000 km pro Jahr mit einem solchen Fahrzeug zurücklegen. Veteranenfahrzeuge, die diese Bedingungen erfüllen, müssen nur alle 6 Jahre imVerkehrsprüfzentrum(Strassenverkehrsamt) zur Fahrzeugkontrolle(ansonsten alle 2 Jahre). Fahrer von Veteranen sind nur dann dazu verpflichtet, Sicherheitsgurte anzulegen, wenn ihre Fahrzeuge nach Mai 1972(Einführung der Gurtpflicht) in Verkehr gesetzt wurden. Sind jedoch Gurte montiert, müssen diese auch angelegt werden.
Zustandsnoten
Zur Klassifizierung von Oldtimern wird nachfolgendes Notensystem benutzt. Zur Verwendung der Tendenzen (+ oder -) siehe unter "Anmerkungen".
  • Note 1

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Bugatti Type 57 Atalante 1936
Der Zustand nach gerade vollendeter fotodokumentierter Komplettrestaurierung durch einen Fachmann für genau den restaurierten Typ, der hierfür mit hohem Aufwand exzellente Arbeit geleistet haben muss.
(Auf Englisch oftmals "Body Off Restoration" genannt: die Karosse ist vom Fahrwerk hierzu getrennt gewesen, alle Achsen herausgenommen worden. Letztlich ist jede Verschraubung usw. gelöst gewesen und jedes Einzelteil inspiziert und überholt worden.)
Der Wagen ist wie neu oder sogar besser. Dazu gehören auch "Matching Numbers", d.h. der Nachweis, dass ein bestimmtes Fahrzeug mit genau dem Motor und dem Getriebe vom Band lief, mit dem er jetzt angeboten wird. Soweit nachvollziehbar gilt dies auch für alle übrigen Teile (etwa beim Porsche 356oder Aston Martinlässt sich eine solche Aussage für weitere Teile treffen). Außerdem müssen sowohl die Lackfarbe als auch die Farbe der Innenausstattung der Originalfarbe entsprechen.
"Note Eins" ist ein äußerst seltener Zustand, gewiss weitaus weniger häufig reell bewertet, als man ihn angepriesen liest. Die Faustformel ist: nur einer von vier angebotenen verdient die "Eins". Häufiger Fehler falschbehaupteter "Einser" ist das Hinzufügen von Chrom, wo original keiner war. Einzige Abweichung, die zugelassen ist: das frühere Cadmieren; es wird heute aus Umweltschutzgründen nicht mehr ausgeführt.
  • Note 2


Zustand, wie ihn ein komplett restaurierter Wagen nach ca. 3 Jahren pfleglichem Gebrauch hat. Zulässig sind Gebrauchsspuren in Form von ausgebesserten Steinschlägen, Putzspuren im Lack, Spuren an der Pedalerie. Auch den Zustand zwei erreicht man nach einer aufwendigen Restaurierung, wobei an die Ausführungsqualität und die Originaltreue hohe Anforderungen zu stellen sind. Verbesserungen, z.B. ein Getriebeaus einem anderen Modell oder etwa ein anderer Vergaserbei VW- Boxermotorensind grundsätzlich zulässig, müssen aber unbedingt rückbaubar sein. Auf keinen Fall darf ein "Zustand 2"-Wagen Rost aufweisen, gleich in welchem Umfang oder ob er noch unsichtbar ist. Ein "Zustand 2"-Wagen hat eine frische Hauptuntersuchung.
  • Note 3

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Zustand, wie ihn ein total restaurierter Wagen nach ca. 10 Jahren pfleglichem Gebrauch hat. Der augenfälligste Unterschied zur Note 2 besteht in der Tatsache, dass Fahrzeuge im Zustand 3 Rost aufweisen dürfen. Dieser darf jedoch auf keinen Fall an tragenden Teilen sein. Der Motor sollte in Typ und Leistung (nicht im Baujahr) dem Motordes Originalfahrzeugs entsprechen. Ist das nicht der Fall, kann dies als Indiz für einen Zustand 4 gelten, nicht aber als Beweis. Der "Zustand 3"-Wagen ist sofort gebrauchstauglich und verkehrssicher, und die Hauptuntersuchungsollte in frühestens einem Jahr fällig sein.
  • Note 4

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Ein "Zustand 4"-Wagen ist nicht sofort gebrauchstüchtig, aber rollfähig. Der Motor muss drehen. Es müssen alle Teile für eine Restauration vorhanden sein. Die Hauptuntersuchungist abgelaufen. Für den Wert eines solchen Wagens ist entscheidend, ob sich der Wagen "auf dem Weg der Besserung" oder auf dem "absteigenden Ast" befindet. Zur erstgenannten Kategorie gehört ein Fahrzeug, dessen Restaurierung bereits nennenswert begonnen hat. Letzterer Gruppe gehören Fahrzeuge an, die über die Jahre stetig abgenutzt wurden und auf diesem Weg in den Zustand 4 geraten sind.
  • Note 5

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Fahrzeuge im Zustand 5 sind mit gerade noch vertretbarem Aufwand restaurierbar. In der Regel werden diese Fahrzeuge als so genannte Teileträgergehandelt (bzw. mit der Angabe "zum Ausschlachten"). Hier hängt der Wert des Wagens maßgeblich von zwei Faktoren ab, nämlich zum einen der Verfügbarkeit von Ersatzteilen und zum anderen dem Maß der Schäden an der Bodengruppeoder an der Karosserie. Fahrzeuge im Zustand 5 sind mehr wert, wenn die Versorgung mit Teilen noch gut ist. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn der Hersteller eine gute Ersatzteileversorgung auch für Oldtimer hat, oder wenn eine Szene aus Liebhabern und Händlern eine funktionierende Ersatzteilversorgung sicherstellt, wie z.B. bei vielen englischen Fahrzeugen. Auf ähnlich hohem Niveau befindet sich allerdings auch die Ersatzteilversorgung durch BMW, Porscheund Mercedes-Benzfür ihre alten Modelle. Im Allgemeinen hat dies allerdings dann auch einen der Qualitätder Ersatzteilversorgung entsprechenden Preis zur Folge
Der Schrottwertstellt dabei keine Sockel-Linie für den Wert dar, da es oftmals ideelle Gründe gibt, ein Fahrzeug zu erhalten und nicht der (teilweise ökonomischeren) Metallverwertung zuzuführen. Es kann dadurch die paradoxe Situation entstehen, dass ein Produkt durch Aufwenden von Arbeit weniger wert geworden ist.
  • Sondernote "Unrestauriertes Original"

Seit einiger Zeit setzt sich die Ansicht immer mehr durch, dass ein Fahrzeug, das über "Patina" verfügt, und dessen Erscheinung gleichsam von einer anderen Zeit berichtet, einen höheren Wert genießen soll. Ein Wagen, der Zeitzeugeist und eine Geschichte erzählen kann, wird dann als "unrestauriertes Original" bezeichnet. Obwohl, schon der Abnutzung wegen, nach den vorgenannten Kriterien allenfalls eine Note von 3 oder 4 in Betracht kommt, erreichen solche Fahrzeuge oft den Wert eines Wagens mit Zustand 2. Dies ist insbesondere bei Fahrzeugen der Fall, die es zu einer gewissen Berühmtheit gebracht haben, z.B. durch Fernsehauftritte, Rennsiege oder Rekordfahrten.
Diese Frage wird in den Clubs oftmals kontrovers diskutiert, weil sich von einem behauptet wertvollen, unrestaurierten Wagen die Besitzer von Wagen, die aufwendig mit hohen Kosten und viel Zeiteinsatz restauriert wurden, provoziert fühlen: wie könne es sein, dass ein Auto mit schlechter, alt gewordener Lackierung wertvoller sei als ein neu lackierter Wagen? Das Argument ist: einen neuen Lack kann man beliebig jederzeit kaufen, nicht jedoch den originalen, zeitlich passenden Neulack zum Produktionszeitpunkt: der ist unersetzlich.
Anmerkungen
  • Die Zustandsnoten, die ein Verkäufer angibt, entsprechen in ihrer übergroßen Mehrzahl nicht dem tatsächlichen Zustand. Insbesondere bleibt festzustellen, dass die "Tendenzen" (z.B. 2 minus) in Zustandsangaben oft eine Erfindung des Verkäufers sind und benutzt werden, um den Ausgangspunkt für Verhandlungen festzulegen, also eine Diskussion, dass ein Fahrzeug im behaupteten Zustand "Zwei minus" in Wahrheit nur im Zustand drei oder vier ist, gar nicht erst zulassen zu wollen. Innerhalb der Zustandsnoten gibt es dann Preisspannen, die nach oben oder unten ausgenutzt werden können.
  • Die Note 1 wird in aller Regel nicht offen gehandelt, wenn, dann selten nur unter Insidern und Clubmitgliedern, da die Kosten, die erforderlich sind, um einen Wagen auf Zustand Eins zu halten oder ihn gar wieder in Zustand Eins zu versetzen, extrem hoch sind. Ein Einser-Besitzer wird in aller Regel sein Auto lebenslang nicht mehr hergeben wollen, Erbfälle sind daher der Regelfall für einen Besitzerwechsel.
  • Obwohl einige Definitionen der Zustandsnote 2 mit denen des bundesdeutschen "H- Kennzeichens" übereinstimmen, ist die Bewertung keineswegs deckungsgleich. Tatsächlich gibt es mehr Übereinstimmungen mit der Note 3: das frisch erhaltene H- Kennzeichen sichert einigermaßen einen Zustand 3 ab, ist jedoch durchaus kein Nachweis, ein Fahrzeug befinde sich im Zustand 2. Dies wird oftmals zwar der Fall sein, jedoch oftmals auch nicht, weil nicht alle Details original sind. Fehlkäufe angeblicher Zustand-Zwei-Fahrzeuge sind letztlich oft die teuersten Käufe, wenn sich dann herausstellt, dass etliche Merkmale zur Originalität nicht gegeben sind. Daher ist immer eine kundige Begleitung beim Kauf anzuraten, wenn eigene Kompetenz beim Käufer fehlt. Experten sind in den Markenclubs zu finden, oftmals mit höherem speziellen Wissensstand als die mit breiter Basis arbeitenden Kraftfahrzeug- Sachverständigen und Gutachter.
  • Zustände können sich nur auf ein Fahrzeug im Ganzen beziehen (also nicht "im wesentlichen Zustand 2" oder "KarosserieZustand 3").
  • Der Wert eines Oldtimers ist von vielen wertbildenden Faktoren abhängig. Die Wiederaufbau- Kosten sind dabei regelmäßig höher als der Markt-Wert. Aus diesem Grund gibt es etwa für "Zustand 1"-Autos keinen signifikanten Markt. Als Faustformelfür den Wert eines Oldtimers gilt die "3-zu-1-Regel", die besagt, dass man für drei Euro, die man in den Wagen investiert, bei einem Verkauf nur einen zurückerhält. Zudem bleibt der Wert der eigenen Arbeitskraft unberücksichtigt.
  • Inzwischen hat sich, neben der bisher hauptsächlich behandelten Originalitäs-Fraktion der Oldtimerszene, eine meist recht junge und vitale Szene herausgebildet, die Oldtimer als einen Teil ihres Lebensstils betrachten. Herausragend hier sicherlich die Rockabilly- und Hot-Rod Szene, die mit Sicherheit einen bedeutenden Teil der, wenn auch zumeist US-amerikanischen, Automobilgeschichte und -kultur repräsentiert. Diese Szenen sind aufgrund ihrer subkulturellen Abgrenzung und fehlender Vorschriftswerke eher zugänglich, wenn finanzielle Mittel weniger im Vordergrund der Beschäftigung mit interessanten Fahrzeugen stehen. Hier werden beispielsweise auch Oldtimer, die sich nicht im Originalzustand befinden, gesucht und geschätzt. Meistens ist ein zeitgenössisches Tuning von Fahrzeugen dabei durchaus Ziel von Umbauten und Leistungssteigerungen. Bei der herkömmlichen Bewertung zur Vergabe eines H-Kennzeichens wie auch von Oldtimerversicherungen wird diese wachsende Szene in Deutschland bisher wenig beachtet und von den geltenden Regelungen meist das Gegenteil erreicht. Hier besteht Nachholbedarf, da es nicht das Ziel einer Oldtimerpolitik sein kann, ausschließlich die unangetasteten Elemente (wobei bei restaurierten Fahrzeugen von "unangetastet" auch keine Rede mehr sein kann) der Automobilgeschichte zu bewahren, sondern gerade auch die verschiedenen Arten der Interpretation und intensiven Beschäftigung mit Fahrzeugen in Subkulturen einen wertvollen Beitrag zur Fahrzeugkultur leistet.
Veteranentreffen
Rund um den Globus finden zwischen Frühling und Herbst Veteranentreffen statt. Bei diesen Ereignissen, die oftmals von einschlägigen Clubs organisiert werden, können die Besitzer, die ja meist erheblichen Aufwand für die Ersatzteilbeschaffung und Restaurierungsarbeit hineingesteckt haben, ihre Oldtimer dem Publikum vorführen. Auch die Fahrzeughersteller entdeckten in den vergangenen Jahren den Werbewert der älteren Fahrzeuge ihrer Produktion, bauten Fahrzeug-Museen auf und unterstützen (zumeist) die Marken-Clubs.
Siehe auch
Weblinks
2. Lastkraftwagen
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Dieser Artikel erläutert den Lkw, ein Kraftfahrzeug; für andere Bedeutungen siehe LKW (Begriffsklärung).
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Typischer LKW
Mit Lastkraftwagen bezeichnet man Kraftfahrzeuge, die vorwiegend zum Transport von Gütern geeignet sind. Die übergeordnete Kategorie ist Nutzfahrzeug, darüber Fahrzeug. Als Abkürzungen für Lastkraftwagen werden Lkw und LKW verwendet.
Dieser Artikel befasst sich mit demumgangssprachlichenLastwagen oder Laster (engl. lorry, am. truck). Ein solcher besteht im Allgemeinen aus einem tragenden Chassis, meistens ein Leiterrahmen, einem geeigneten Antrieb, einer Fahrerkabine und einem zum Tragen der Last bzw. Ladung bestimmten Aufbau. Beschrieben werden sollen hier aber nur leichte, mittelschwere und schwere LKW, nicht jedoch Fahrzeuge, die je nach Zulassung sowohl als PKWals auch als LKW gelten können. Diese Kleinlasterund Lieferwagenfinden sich unter Kombinationskraftwagen, Kleintransporter, Kastenwagen, Hochdachkombiund Pritschenwagen(engl. cargo- van, am. pick-up (truck)).
Allgemeines
Rechtliche Einordnung
LKW werden in der Regel nach ihrerZulässigen Gesamtmasse(ZGM) und der Anzahl ihrer Achsen unterteilt sowie nach ihrer Zweckbestimmung. In Europagibt es je nach Kraftfahrzeuggesetzgebung der einzelnen Staaten:
  • Kleinlaster bis 3,5 Tonnen (t)max. ZGM
  • Leichte LKW bis 7,5 t
  • Mittelschwere LKW bis 12 t
  • Schwere LKW (abgekürzt: SKW) in Schweden und Dänemark bis 60 t; in Deutschland als Hänger- oder Sattelzüge bis 40 t (im Kombiverkehr bis 44 t), in Österreich: Solo-LKW bis 32 t, mit Anhänger: bis 40 t; in der Schweiz: seit 1. Januar 2005 bis 40 t; in den Niederlanden bis 50 t. Versuche mit größeren Einheiten, den sog. EuroCombis– in den Medien oft fälschlicherweise Gigaliner genannt, was jedoch nur die Modellbezeichnung eines Aufbauherstellers ist – laufen in verschiedenen europäischen Staaten.

Um mit einem LKW fahren zu dürfen, benötigt man je nach ZGM in Europa die Fahrerlaubnisder Klasse B(bis 3,5 t),C1(bis 7,5 t) oder C(mit Anhänger über 750 kg ZGM: C & C+E).
Rechtlich gibt es darüber hinaus sehr viele verschiedene Klassifikationen von LKW. Sie richten sich außer nach dem Gewicht auch nach Bauart und Nutzungsart und haben unterschiedliche Auswirkungen bezüglich Kraftfahrzeug-Versicherung, Straßenverkehrsordnung, Mautpflicht, Kraftfahrzeugsteuerund anderen Steuern. Beispielsweise besteht in vielen Staaten ein Sonntags- und Feiertagsfahrverbotfür LKW und in Österreichist nur bei LKW im Gegensatz zum PKWein Vorsteuerabzugmöglich.
In der Regel wird nach dem der Konstruktion nach vorgesehenen Einsatzgebiet in Nahverkehrs-  oder Verteiler-LKW (in der Regel kleinere Fahrzeuge und meistens mit kleineren Fahrerhäusern ohne Schlafliegen) einerseits und schwere Fernverkehrsfahrzeuge andererseits unterschieden. Dabei ist die tatsächliche Nutzung beider Gattungen auch im jeweils anderen Einsatzgebiet möglich, für die formale Unterscheidung aber nicht maßgeblich. Allerdings hat die EU inzwischen für Fernverkehrsfahrten erlaubt, dass der Fahrer nicht im Hotel, sondern auch im Wagen seine Ruhezeit verbringen darf, wenn bestimmte Kabinengrößen und Ausstattungen vorhanden sind. Die handelsüblichen Nahverkehrsführerhäuser ohne Ruheliege, sind für den Fernverkehrsbetrieb ohne Hotelanbindung nach der Liegestättenverordnung nicht mehr erlaubt. Dieselbe Verordnung führte auch dazu, dass bei den von 1977 bis 1991 gebauten „Volumenfahrzeugen“ und den dazu existierenden sog. „Topsleepern“(Dachschlafkabinen) die Benutzung während der Fahrt dann verboten wurde. Die Schlafkabine als Alkovenaufbauoberhalb einer normalen, kurzen Nahverkehrskabine, wurde verwendet, um bei gleicher Fahrzeuggesamtlänge eine längere Ladelänge zu ermöglichen. Ab 1991 wurden die echten Nahverkehrskabinen den großen Fernverkehr- Fahrerhäusern gleichgestellt und nur die gesamte LKW- Länge bzw. die Ladefläche wurde festgeschrieben.
Inzwischen haben im Fernverkehr so genannte Euro-Sattelzüge mit einer für sie typischen zweiachsigen Sattelzugmaschineund einem dreiachsigen Sattelauflieger(Trailer) die klassischen Gliederzüge in den Zulassungszahlen überholt. Der so genannte „Euro-Lastzug“ ist in seiner Größe, Ausstattung und seinem Gewicht von der EUdefiniert und sein Betrieb ist in jedem EU- Mitgliedsland, aber auch in jedem mit der EU assoziierten Staat erlaubt, egal wo in der EWR der Lastzug tatsächlich zugelassen ist. Der Euro- bzw. EU-Lastzug (LKW) darf als Gliederzug 18,75 m, als Sattelzug 16,50 m lang sein, bis zu 4,0 m hoch und ohne die Außenspiegel 2,55 m breit (Kühlzüge bis 2,60 m). Diese LKW-Zulassungsvorschrift der EU muss in die jeweilige nationale Gesetzgebung umgesetzt werden. Es gibt dauergültige Ausnahmen, die sich aber von EWR- bzw. EU-Mitgliedstaat zu EWR- bzw. EU-Mitgliedsstatt unterscheiden. So ist dem Gliederzug in Schweden ohne die Änderung der anderen Maße eine Gesamtlänge von bis zu 26,50 m erlaubt und ein zulässiges Gesamtgewicht von bis zu 60 Tonnen. Mobilkrane in Deutschland dürfen hingegen ohne die Änderung der anderen Maße bis zu 3 Meter breit sein.
In der nicht mit der EUüber denEWR-Vertrag assoziiertenSchweizwar das Gesamtgewicht von LKW auf 28 t begrenzt, seine Höhe auf 4 m und seine Breite ohne Spiegel auf 2,55 m. Erst seit dem 1. Januar 2005 dürfen in der Schweiz die LKW generell mit 40 Tonnen Gesamtgewicht eingesetzt werden. Sattelzügedürfen in der Schweiz, wie in der EU bis zu 16,5 m und Gliederzügewie in der EU bis zu 18,75 m lang sein. Allerdings ist die Länge von LKW auf Nebenstraßen nicht selten auf unter 12 m begrenzt. Im grenzüberschreitenden Verkehr waren schwerere Fahrzeuge jedoch bereits früher anzutreffen.
Anfänge des LKW-Baus


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Benz Lastwagen von 1912
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Schnell-Lastwagen um 1900
Am 1. Oktober1896baute Gottlieb Daimler, Begründer derDaimler-Motoren-Gesellschaft, in Bad Cannstattbei Stuttgartden ersten motorisierten Lastwagen mit Namen „Phönix“ vgl. Bild. Dieser hatte eine Nutzlast von 1,5 Tonnen, einen 2-Zylinder-Viertaktmotormit 1,06 Liter Hubraumund eine Leistungvon 4 PS, der eine Höchstgeschwindigkeit von 16 km/h erlaubte. Der LKW kostete 4.600 Goldmark und wurde nach Londonverkauft. Weitere LKW-Typen mit bis zu 10 PS und bis zu 5 Tonnen Nutzlast folgten. Es wurden auch motorisierte Feuerspritzen, eine fahrbare Säge- und Spalt- Maschine mit Daimler-Motor, ein Beleuchtungswagen sowie Daimler-Lokomobile zusammen mit Wilhelm Maybachentwickelt und gebaut.
Ebenfalls bereits in der Frühzeit des Lastwagenbaus aktiv war ein weiterer „Vater“ des Automobils, Carl Benz. Nachdem er bereits1895einen Motoromnibuskonstruiert hatte, stellte er im Jahr 1900den ersten eigenen Lastwagen vor.
Ein weiterer bedeutender Pionier des Nutzfahrzeugbaus war Heinrich Büssing, der 1903in Braunschweigdie Heinrich Büssing, Specialfabrik für Motorlastwagen, Motoromnibusse und Motorengründete und noch im selben Jahr mit der Serienfertigung von Lastwagen begann. Die Firma Büssing gilt auch als Erfinder der Luftfederung, des (vor allem in Bussen heute noch verbreiteten) Unterflurmotorsund des Gliederbusses.
Bald nach der „Erfindung“ des Lastwagens entstand (analog zum PKW-Bereich) eine Vielzahl von Nutzfahrzeugherstellern, von denen die meisten nur im kleinen Umfang produzierten und häufig schon nach wenigen Jahren wieder vom Markt verschwanden (siehe dazu Liste der Nutzfahrzeugherstellerund Geschichte der Nutzfahrzeugindustrie).
Lastkraftwagen als Arbeitsplatz im Nah- und Fernverkehr
Lastkraftwagen im Nahverkehr haben in der Regel nur eine kurze oder mittellange Fahrerkabine mit Sitzen und wenig Stauraum. Prinzipiell sind auch im Nah- und Verteilerverkehr alle Gewichtsklassen bis zum 40-Tonner vertreten, doch werden zumeist mittelschwere Fahrzeuge bis 12 Tonnen Gesamtgewicht wie auch besonders häufig 7,5-Tonner eingesetzt. Zur geringeren Fahrzeuggröße korrespondierend verfügen besonders letztere, oft auch durch den kleineren Motor, über ein niedriger auf dem Chassis sitzendes, insgesamt kleineres Fahrerhaus und sind auch weniger komfortabel ausgestattet als Fernverkehrsfahrzeuge. Viele Fahrzeuge im Nahverkehr haben am Heck über eine hydraulische Ladebordwand, die ein Auf- und Abladen auf Straßenniveau an Orten ohne entsprechende Laderampen ermöglicht und im geschlossenen Zustand wie eine Rückwand des Aufbaus fungiert oder diese z. T. ersetzt. Auch diese leichten und mittelschweren Fahrzeuge werden häufig mit Anhängern eingesetzt.
Im Fernverkehr verfügen Lastkraftwagen über größere Fahrerkabinen mit hinter den Sitzen angebrachten Ruheliegen. Diese Fahrerkabinen, auchFührerhausbzw. Fahrerhaus genannt, haben seit Mitte der 1990er Jahre auch häufig ein erhöhtes Dach, damit auch größere Personen im Inneren aufrecht Stehen können und um zusätzlichen Stauraum für persönliche Gegenstände des Fernfahrers zu bieten. Da Kraftfahrzeuge im Fernverkehr häufig auch als Aufenthaltsraum während der Stand- und Ruhezeiten dienen, ist die bessere Ausstattung gegenüber den „reinen“ Arbeitsplätzen der Nahverkehrsfahrzeuge sinnvoll. Bei kleineren Nahverkehr-Fahrzeugen hingegen ist eine niedriger eingebaute Fahrerkabine auch deshalb vorteilhaft, weil im Verteilerverkehr ein häufiges Ein- und Aussteigen notwendig ist und der Fahrer so häufig der Höhenunterschied zwischen Straßenniveau und Fahrerhaus überwinden muss.
Antrieb, Fahrgestell und Bremsen
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Luftgekühlter Motorunter der „Alligatorhaube“ eines Magirus-DeutzRundhaubers
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In Europawerden LKW oberhalb der Kleintransporter-Größe von 3,5 Tonnen heute in der Regel von nach dem Viertakt-Prinzip arbeitenden, wassergekühlten Dieselmotorenangetrieben, während in denUSAauch Vergaser- bzw. Benzinmotorensehr verbreitet sind.
In den Anfängen des LKW-Baus waren Benzinmotoren üblich, in Großbritannien wurden auch bis in die 1930er Jahre häufiger dampfbetriebeneLastwagen verwendet. Daneben gab es bereits in der Zeit um denErsten Weltkriegauch Verteiler-Lastwagen mit Elektroantrieb. In den 1920er Jahren erschienen erste Dieselmotoren, die sich aufgrund geringerer Kraftstoffverbräuche und somit Unterhaltskosten im Nutzfahrzeugbau schnell durchsetzten. Diese gab es über mehrere Jahrzehnte hinweg parallelwassergekühltund luftgekühlt(letzteres in Deutschland vor allem von Magirus-Deutz) sowie nach dem Viertakt-Verfahrenund nach dem Zweitakt-Verfahrenarbeitend (letztere in Deutschland langjährig z. B. vonKrupp). Ebenso gab es in Serie gebaute Lastwagen mit Dampf- und Holzvergaser-Antrieb, die jedoch insgesamt keine hohen Marktanteile erreichten. Letztere wurden aufgrund von Brennstoffknappheit in größerer Zahl vor allem in der Zeit des Zweiten Weltkriegesund den unmittelbar nachfolgenden Jahren verwendet. In den 1960er Jahren gab es Experimentalfahrzeuge verschiedener Hersteller mit Gasturbinen, die jedoch nie in Serie gingen, da sich der gewaltige Luftbedarf solcher Antriebeim modernen Verkehr nicht sichern lässt, ohne andere Verkehrsteilnehmer zu gefährden.
Heute hat sich, abgesehen von besonderen Verwendungen in besonders kalten Gegenden der Welt, der Dieselmotor als Antriebsquelle in LKW durchgesetzt.
LKW-Bremsenwerden mit Druckluftbetätigt (so genannte Fremdkraftbremsen). Damit ist die erzielbare Bremskraft nicht von der Fußkraft des Fahrers abhängig, sondern nur mehr vom Weg, den das Bremspedal nach unten gedrückt wird. Bei der Handbremse (Feststellbremse) Pedalkraft und im Unterschied zum PKW wird diese Bremse durch eine Druckbeaufschlagung des Bremszylinders gelöst. Damit ist bei einem Defekt (Druckverlust) ein völliges Bremsversagen ausgeschlossen - das Fahrzeug bleibt automatisch stehen. Seit den 1980er Jahren müssen die Fahrzeuge ein Antiblockiersystem(ABS) haben. Während bis weit in die 1990er Jahre Trommelbremsen für Lastwagen und Anhänger Standard waren, finden sich seit Mitte der 90er Jahre auch bei schweren Lastwagen und auch Anhängern zunehmend Scheibenbremsen.
Ergänzend und um den bei den hohen zu bewältigenden Gewichten starken Verschleiß der mechanisch direkt auf die Räder wirkenden Bremsen zu verringern kommt die Bremskraft des Motors regelmäßig zum Einsatz, besonders auf längeren Gefällestrecken. Besonders bei Einsatzgebieten in Mittel- oder Hochgebirgensind schwere Lastwagen häufig mit einer zusätzlichen, fast verschleißfreien Bremse, einem so genanntenRetarder, ausgestattet.
Die Federung erfolgte lange Zeit üblicherweise durch Blattfedern. Seit Ende der 60er Jahre etablierten sich nach und nach Luftfedern, die auch eine Niveauregulierungerlauben, wichtig etwa beim Aufnehmen und Absetzen von Wechselbehältern. Bei Baufahrzeugen ist die Blattfederung, die auf Dauer höheren Belastungen standhält, auch heute noch üblich.
Fahrgestellevon LKW sind normalerweise in Rahmenbauweise ausgeführt. Auf diesen Rahmen werden die verschiedenen Aufbauten aufgesetzt. Es gibt für spezielle Einsatzzwecke auch Zentralrohrrahmen, die sehr weit zum Boden herunterreichen, beispielsweise für Getränketransporter.
In den letzten Jahren gab es verschiedene technische Verbesserungen, z. B. automatisierteGetriebe, die den Fahrern die Arbeit wesentlich erleichtern, und bei den Bremsen (Scheibenbremsenstatt Trommelbremsen), um die Sicherheit der Schwerfahrzeuge durch kürzere Bremswege zu erhöhen. Im Bereich der Motorenlag der Schwerpunkt jahrzehntelang vor allem in der Leistungssteigerung, die teilweise sogar vom Gesetzgeber vorgeschrieben wurde, sowie der Verbrauchsreduktion. Seit den 1990er Jahren spielt auch der Schadstoffausstoß (u.a. durch Einführung der Abgas-Euronormen) in der Weiterentwicklung der Nutzfahrzeugmotoren eine zunehmende Rolle. Bessere Abgaswerte müssen dabei durch etwas höheren Verbrauch erkauft werden, was der Gesetzgeber durch eine entsprechende Steuergesetzgebung, die bessere Abgaswerte begünstigt, zu kompensieren versucht.
Achsen und Bereifung
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Je nach Größe haben LKW üblicherweise zwei, drei oder vier Achsen, wobei im Regelfall eine oder bei drei- und vierachsigen Fahrzeugen auch beide hinteren Achsen angetrieben werden können und die erste, bei vierachsigen Fahrzeugen auch die beiden vorderen lenkbar sind. In seltenen Fällen können auch hintere Achsen mitgelenkt sein, wobei die Antriebsachsen regelmäßig nicht lenkbar sind. Es gibt wie bei Personenwagen auch LKW mit Allradantrieb, im gewerblichen Verkehr vor allem bei Baufahrzeugen, ansonsten vor allem bei Militär- sowie teilweise Feuerwehr- und Sonderfahrzeugen.
Man unterscheidet die Achsarten nach Lenkachse, Triebachse und Zusatzachse(n), worunter auch die Achsen eines Anhängersoder Sattelzug-Aufliegersfallen.
  • Die Lenkachse hat die Aufgabe, den gesamten LKW zu führen und gerade auch beim Gliederzug gewaltige Bremskräfte zu übertragen. Sie wird mit Reifen versehen, die ein ausgeprägtes Längsprofil und mäßig ausgelegte Quer-Rillen haben.
  • Die Triebachse trägt die größte Achslast. Sie überträgt neben der Antriebskraft bei ausgelasteten Sattelzügen auch die größte Bremskraft. Auf ihren Rädern kommen daher Reifen zum Einsatz, die ein ausgeprägtes stollenartiges Profil aufweisen - oft mit M+S-Kennung (Winterprofil).
  • Zusatzachsen können als Schleppachse, Nachlaufachse oder Vorlaufachsedie Aufgabe haben, das Gewicht des Fahrzeuges zu verteilen und mehr Bremsleistung zu übertragen. Ist die Zusatzachse zwischen der Lenkachse und der Triebachse angebracht, spricht man von einer Vorlaufachse. Zur Verbesserung des Wendekreiseskann eine Vorlaufachse auch als Lenkachse konstruiertsein. Ist die Zusatzachse hinter der Triebachse angebracht, spricht man von einer Nachlaufachse. Hier werden Reifen mit einem Schlangen- oder Zick-Zack-Profil benutzt.
  • Eine Liftachseist eine anhebbare Zusatzachse, die nur bei schwerer Beladung abgesenkt wird, um das Fahrzeuggewicht gleichmäßiger auf den Untergrund zu verteilen. Bei geringer oder ohne Beladung wird diese Achse angehoben, um Verschleiß, vor allem an den Reifen, zu verhindern.

Die Bereifungeines LKW erfolgt je nach Achse, das heißt es gibt unterschiedliche Grundprofile, je nach Achsart. Während Lenkachsen einfach bereift sind, werden an LKW-Triebachsen hauptsächlich Zwillingsreifenverwendet. Dazu werden jeweils zwei Räder miteinander verschraubt. Spezielle Geländefahrzeuge haben auch auf der Hinterachse meist nur eine Single-Bereifung.
Im Gegensatz zum PKWist ein LKW oft mit einem Ganzjahresreifen ausgerüstet und hat keine unterschiedliche Bereifung für Sommer und Winter. Die Reifen eines LKW unterliegen wegen ihres großen Durchmessers und der geringeren Geschwindigkeit des LKW kleineren Drehzahlen. Das Erfordernis der härteren Mischung für höhere Geschwindigkeiten stellt sich damit nicht, aber die eines groberen Profils, das bei Schnee besser greift. Bleibt ein LKW im Winter auf glatter Fahrbahn stecken, so kann dies daran liegen, dass er auf Sommerreifen unterwegs ist, oder dass er nur sehr leicht oder gar überhaupt nicht beladen ist. Gibt der Fahrer zu viel Gas, drehen die Räder durch und er hat damit nur mehr einen geringen Kraftschlusszwischen Rad und Fahrbahn. Ein verantwortungsbewusster Fahrer zieht in diesem Fall Schneekettenauf oder bricht die Fahrt rechtzeitig ab.
Es gibt auch LKW als Spezialfahrzeuge, die zusätzliche Radsätze haben, um damit aufEisenbahnschienenfahren zu können. Man spricht dann von einem Zweiwegefahrzeug.
Aufbauarten
Je nach Einsatzzweck, besonders im Hinblick auf spezielle Eigenschaften der Ladegüter, hat sich im Laufe der Zeit eine Vielzahl verschiedener Aufbauarten entwickelt. Den Nutzungsmöglichkeiten sind dabei prinzipiell nur durch die maximalen Außenabmessungen und Gesamtgewichte Grenzen gesetzt. Grob kann unterschieden werden nach weitgehend universell einsetzbaren Standardaufbauten und nach Sonderaufbauten für spezielle Güterarten, für spezielle Arbeitsaufgaben sowie für andere Zwecke als den gewerblichen Gütertransport.
Standardaufbauten
Einige gängige Aufbauformen für Massengüter bzw. vielfältige Einsatzmöglichkeiten sind heute weitgehend standardisiert bzw. haben sich zumindest in der Grundkonstruktion weitgehend identisch durchgesetzt. Hierzu zählen feste, offene Ladeflächen (sog.Pritschen), geschlossene Kästen und Tankaufbauten, welche es jeweils bereits zu Zeiten der Pferdekutschengab. Zusätzlich etabliert haben sich seit langemKipperfahrzeuge(überwiegend zum Einsatz in derBauwirtschaft) mit als kippbare Pritschen oder Mulden ausgeführten Aufbauten, Isolier- und Kühlaufbauten sowie Chassis zur Aufnahme austauschbarer Behälter wie etwa Container. Diese sind (mit Ausnahme der kippbaren Pritschen) auch beiEisenbahn- Güterwagenzu finden. Eine exakt trennscharfe Definition von Standardaufbauten ist zwar nicht möglich, aber sie können einerseits nach ihrer Verbreitung, andererseits nach ihrem Spezialisierungsgrad, also der Eignung zum Transport vieler unterschiedlicher (und nicht nur einiger weniger) Güterarten, abgegrenzt werden:
  • Pritschenaufbau: Die einfachste und gleichzeitig universell verwendbare Aufbauform ist die Pritsche, ursprünglich eine einfache ebene Plattform ohne Seitenwände als Ladefläche über dem Fahrgestell (die in seltenen Fällen auch heute noch zu finden ist). Um ein Herunterrutschen oder Herunterfallen der Ladung während der Fahrt zu verhindern, werden Pritschen seit langem fast immer mit flachen Bordwänden versehen. In der Regel sind die Bordwände seitlich und hinten zwecks einfacherer Be-  und Entladung umklappbar, während die Bordwand nach vorne fest installiert ist, und etwa bei starken Bremsungen ein Aufschlagen der Ladung auf das Fahrerhaus verhindert. In der Verwaltungssprache wird diese Form auch als „offener Kasten“ bezeichnet. Zumeist werden Pritschenaufbauten heute mit einer durch ein Plangestell (dem so genannten Spriegel) getragenen LKW-Planeergänzt, die den Laderaum nach vorne, hinten, seitlich und nach oben umschließt, aber seitlich sowie hinten geöffnet werden kann. Dies ermöglicht einen bedingten Schutz der Ladung gegen äußere Einflüsse wie z. B. die Witterung. Beim ausschließlichen Transport witterungsunempfindlicher Güter werden teilweise auch Pritschenfahrzeuge ohne Planen eingesetzt.
  • Kipper: oben offener Aufbau mit nach hinten und/oder zur Seite kippbarer Pritsche (mit zu öffnenden Seitenwänden) oder nach hinten kippbarer Mulde mit seitlich festen, meist hoch aufragenden Wänden; diese LKW dienen vorwiegend zum Transport von witterungsunempfindlichen Schüttgüternwie Sand oder Erdaushub. Mulden sind heute fast nur noch in der Ausführung als Sattelzug mit Auflieger und darauf befindlicher Kippmulde zu finden. Als Sonderform zum Transport empfindlicherer Güter wie z. B. Getreide werden teilweise auch geschlossene Kästen mit Dachöffnungen zum Beladen versehen und kippbar ausgeführt oder offene Aufbauten mit Planen oder Wagendecken versehen, diese sind eigentlich aber den Sonderaufbauten zuzurechnen.
  • Geschlossener Kasten: Die Ladefläche ist vollständig mit festen Wänden umschlossen und überdacht. Überwiegend ist nur die Rückseite in Form von Türen ausgeführt, die Seitenwände sind fest. Seltener sind auch Türen in den Seiten oder diese komplett aufklappbar ausgeführt. Unterarten sind:
    • Kastenwagen: Der rundum geschlossene und überdachte Laderaum ist mit dem Führerhaus verbunden bzw. als eine Einheit mit dem Führerhaus ausgeführt. In Deutschland ist diese Bauart heute nur noch bei Kleintransporternund Lieferwagen üblich. Bis etwa Anfang der 1970er Jahre war sie aber auch bei LKW weit verbreitet, insbesondere bei Möbelwagen. Diese Aufbauart entfiel mit dem Aufkommen kippbarer LKW-Fahrerhäuser, da ein Kippen des Fahrerhauses bei einem damit fest verbundenen Aufbau nicht möglich ist.
    • Kofferaufbau: In der heute üblichen, wegen ihrer auch äußerlich separaten Form als Koffer bezeichnete Bauform ist der kastenförmig ausgeführte, rundum geschlossene und überdachte Laderaum nicht mit dem Führerhaus verbunden, sondern nur auf das Chassis aufgesetzt.
    • Kühlwagen: Zum Transport leicht verderblicher oder aufgrund ihrer chemischen Eigenschaften an bestimmte Aufbewahrungstemperaturen gebundener Ware werden in der Regel Kasten- oder Kofferaufbauten verwendet, die zusätzlich mit einem Kühlaggregatund einer Isolierungausgestattet sind. Seltener werden auch Tankwagen mit Kühlaggregaten ausgestattet, diese werden im allgemeinen Sprachgebrauch aber nicht als Kühlwagen bezeichnet.
  • Tankaufbau: Tankwagendienen zum Transport von losen, also nicht in Kanistern, Fässern o. ä. abgefüllten Flüssigkeiten, die in der Regel in größeren Mengen sortenrein transportiert werden sollen. Tankaufbauten bestehen aus einer oder mehreren Kammern, auch letztere erscheinen nach außen aber wie ein einziger, zusammenhängender Aufbau. Beladen werden sie in der Regel durch Deckel von oben, entladen entweder durch Schläuche und Pumpen von oben oder (häufiger) durch Armaturen mit Auslaufhähnen und Schlauchkupplungen seitlich bzw. nach unten. Zu den Tankfahrzeugen zählen auch Tankaufbauten für flüssige oder unter Druck stehende, komprimierteGase.
  • Trägersysteme für Wechselaufbauten: Seit Ende der 1960er Jahre hat sich (ursprünglich aus den USAkommend) die Verwendung von Fahrzeugen mit austauschbaren Aufbauten verbreitet. Dafür wird das LKW-Chassis mit im Abstand zueinander sowie in ihrer Form genormten Aufnahmevorrichtungen versehen, die ihre Gegenstücke in ebenfalls genormten, austauschbaren Behältern finden:
    • Containerchassis: Diese Konstruktion dient zur Arretierung von ISO- Containern, die sich auch auf Eisenbahn-Containerrwaggonstransportieren lassen, im internationalen Verkehr aber vor allem auf Schiffenbefördert werden und mit denen mittlerweile ein Großteil des Welthandels abgewickelt wird. Neben diesen weltweit genormten Containern gibt es noch andere Containersysteme, in Deutschland z.B. Bahncontainer der Deutschen Bahn AG, die prinzipiell ähnlich funktionieren und auch auf einer Normung von Behältern und Trägersystemen beruhen. Als dem Container ähnelndes, jedoch im Binnenland noch universeller einsetzbares System hat sich in den letzten Jahrzehnten etabliert das...
    • Wechselbrücken-Systeme(engl. Swap-Bodies) mit überwiegendem Einsatz in Deutschlandund teilweise in Westeuropa: Dabei handelt es sich wie bei Containern um genormte Systeme von Träger-Fahrgestellen (LKW- Chassis oder Eisenbahnwagen) und aufsetzbaren, auswechselbaren Behältern. Im Unterschied zu den genormten Standard- Containernhaben diese Wechselbehälter oder Wechselbrücken eigene, ein- und ausklappbare Stützen, weshalb sie im LKW-Verkehr auch ohne Hilfe von Containerkränen an beliebigen Orten auf- und abgesetzt werden können. Außerdem bieten sie einen auf europäische Maße abgestimmten Innenraum, der etwas größer ist als der des auf US- amerikanische Maße und Bedürfnisse zugeschnittenen 20-Fuß- Containers.
    • Wechselladerfahrzeug: Eingesetzt zum Transport von Abrollcontainern(nicht zu verwechseln mit ISO-Containern) oder mobilen Absetzmulden, z. B. für die Entsorgung von Sperrmülloder Bauschutt.
    • Mobiler: Hierbei handelt es sich um eine Sonderform des Wechselladerfahrzeugs mit einer horizontalen Umschlagtechnik für den kombinierten Verkehr Schiene/Straße.
Sonderaufbauten
Sonderaufbauten zum Hauptverwendungszweck der gewerblichen Güterbeförderung
Ergänzend zu den in ihrer Grundkonstruktion bzw. Eignung weitgehend identischen und für eine größere Zahl unterschiedlicher Waren geeigneten Standardaufbauten haben sich noch eine Vielzahl von Sonderaufbauten herausgebildet, die für bestimmte Ladegüter prädestiniert sind. Diese sind in der Regel aufgrund der speziellen Eigenschaften dieser Güter entstanden, da sie sich für diese Güter zumindest zu einer rationellen und kostengünstigen Transportabwicklung als sinnvoll erwiesen haben. Als wichtigste Ausprägungen sind zu nennen:
  • Autotransporter: zum Transport von Fahrzeugen
  • Betonmischer: zum Transport von verarbeitungsfertigem Betonzu Baustellen
  • Glastransporter: Spezialkonstruktion zum Transport von Glasscheiben
  • Langmaterial-Fahrzeuge: für überlanges Ladegut wie etwa Stahlträger(diese sind den normalen Pritschenfahrzeugen konstruktiv noch relativ nah)
  • Langholztransporter: Sonderform des Langmaterial-Fahrzeugs, bei dem Zugfahrzeug und Nachläufer häufig nur durch eine Steuerleine und nicht durch ein festes Chassis verbunden sind; die Verbindung entsteht durch die entsprechend gesicherten Holzstämmeselbst
  • Siloaufbau: für pulverförmigeund rieselfähige Schüttgüter, oft kombiniert mit einer Aufstellvorrichtung zum Kippen des Behälters zur Entleerung
  • Tiefladersowie Großraum- und Schwertransporter: Diese überschreiten häufig die vorgeschriebenen Maximalmaße oder -gewichte und bedürfen daher spezieller Genehmigungen. Der größte Schwertransporter ist der ScheuerleLS 250 „Heuler“, der z. B. durch die BahntochterHeavy Cargo + Service für Transformatoren- Transporte eingesetzt wird.
  • Viehtransporterbzw. Verschlagwagen: zum Transport lebender Tiere
Weitere Sonderaufbauten
Darüber hinaus sollen der Vollständigkeit halber noch einige weitere Sonderaufbauten erwähnt werden, bei denen der gewerbliche Warentransport, entgegen der obigen Grundsatzdefinition des Lastkraftwagens, jedoch nicht der Haupteinsatzzweck ist bzw. überhaupt keine Rolle spielt. Diese Fahrzeuge fallen landläufig in sofern auch unter den Begriff des LKW, weil in der Regel LKW-Chassis als Basis für diese speziellen Sonderfahrzeuge dienen. Exemplarisch für eine Vielzahl weiterer Varianten sind zu nennen:
  • Abschleppwagen: zum Bergen liegengebliebener Fahrzeuge
  • Autokran: zum Heben schwerer Lasten beim Be- und Entladen von Fahrzeugen, außerdem auch an Baustellenund bei Bergungsarbeiten nach Unfällen
  • Expeditionsmobil: LKW mit Wohnaufbau für Reisen in wenig erschlossene Länder/Gegenden
  • Fahrende Arbeitsmaschinen: Hierbei handelt es sich um auf LKW-Chassis montierte Arbeitsmaschinen wie Sägen, Bohrausrüstungen, etc., die mobil einsetzbar sein sollen.
  • Gelenkmast: sehr variable, auch als Kraneinsetzbare Hubarbeits- bzw. Hubrettungsbühne zum Erreichen großer Höhen bzw. von Stellen, die mit Hubsteigernoder Drehleiternnicht zugänglich sind
  • Hubsteiger: fahrbare Arbeitsbühne zum Erreichen von Straßenlaternen, Oberleitungen, Schilderbrückenusw.
  • Kehrmaschine: zur Straßenreinigung
  • Mannschaftstransportwagen: Beim Militärund bei der Polizeiwerden neben Bussenteilweise auch LKW mit Sitzplätze auf der Ladefläche ausgestattet, um Personen zu transportieren. Mannschaftstransportwagen werden auch zu zivilen Zwecken eingesetzt, z. B. wenn in unwegsamem Gelände viele Personen transportiert werden müssen (z. B. im Bergbau).
  • mobile Küche/Feldküche: zur Verpflegung von Menschen außerhalb geeigneter fester Einrichtungen (z. B. im Gelände), hauptsächlich beim Militärund bei Hilfsorganisationen
  • Müllwagen: zur Müllabfuhr
  • Pumpwagen: Aufbau aus Pumpeund langen Schläuchen und/oder Rohren zum Pumpen von Flüssigkeiten (z. B. von flüssigem Zement)
  • Räum- und Streufahrzeug: im Winterdienstzur Befreiung von Straßen von Eis und Schnee
  • Saugwagen: Diese Sonderform des Tankwagensdient zum Entleeren von Schlamm- und Sickergruben.
  • Sprengwagen: Diese weitere Sonderform des Tankwagens kann zur Straßenreinigungund zur Bewässerungverwendet werden.
  • Turmwagen: wie der Hubsteiger zum Erreichen von Straßenlaternen, Oberleitungen, Schilderbrückenusw.
  • Ü-Wagen: Übertragungswagen von Rundfunksendern
  • Verkaufswagen: zum Straßenverkauf von z. B. Lebensmitteln
  • Wasserwerfer: Fahrzeug der Polizei, das eingesetzt wird um Menschengruppen unter Kontrolle zu halten.

Diese Liste muss prinzipiell unvollständig bleiben, da im Grunde nahezu jegliches technische Gerät bzw. nahezu jegliche Konstruktion bis zu einer bestimmten Größe und bis zu einem bestimmten Gewicht auf einen LKW gebaut werden kann, um mobil einsetzbar zu sein. Eine Vielzahl von Sonderaufbauten gibt es z. B. für:

Es gibt eigentlich nichts, was es nicht gibt – vom fahrbaren Bienenstockbis zum mobilen Aktenvernichter.Aufgrund der Vielfalt der denkbaren Aufbauvarianten wird der Aufbau meist nicht vom LKW- Hersteller selbst sondern von anderen, hierauf spezialisierten Firmen durchgeführt. Neben einigen großen, international tätigen Herstellern haben sich hier bis in die Gegenwart eine Vielzahl von mittelständischen Unternehmen, die sich häufig auf spezielle Aufbauten konzentriert haben sowie Wartung und Instandsetzung für die meisten Aufbauformen anbieten, als Anbieter gehalten.
Sicherheit und technische Überprüfung
LKW sind durch ihre Teilnahme am Straßenverkehr auch gewissen Sicherheits- und Unfallrisiken ausgesetzt bzw. verursachen diese, z. B. durch:
  • Nichtbeachtung der vorgeschriebenen Lenk- und Ruhezeiten
  • mangelnder Sicherheitsabstand zum vorausfahrenden LKW
  • mangelndeLadungssicherung
  • tranportierte Gefahrstoffe (z. B. giftige, leicht entzündliche oder explosive Substanzen)
  • mangelnde Wartung und Pflege des Fahrzeugs (z. B. verschlissene Bremsbeläge, abgefahrene Reifen)
  • unter Terminstress stehende Fahrer
  • Unübersichtlichkeit des Fahrzeugs (insbesondere beim Rangieren und Rückwärtsfahren)
  • Toter Winkel(insbesondere beim Abbiegen gefährlich für Fußgänger und Radfahrer, eine Sicherheitsvorkehrung besteht im vorgeschriebenen Seitenunterfahrschutz)
  • mangelnde Beleuchtung abgestellter LKW
  • große Masse der LKW, die zu großen Gefahren für kleinere und leichtere Verkehrsteilnehmer bei Zusammenstößen führt
  • Feinstaub- und Rußemissionen
 
Technische Überprüfung in Deutschland
In Deutschlandunterliegen alle gewerblich genutzten Fahrzeuge, also auch LKW, der jährlichen Haupt- und Abgasuntersuchung durch den TÜVoder eine andere anerkannte Kfz.- Sachverständigenorganisation (wobei die Abgasuntersuchung auch von einer zugelassenen Werkstatt vorgenommen werden kann).
LKW und Anhänger mit einer zulässigen Gesamtmasse von 10 t oder mehr benötigen außerdem ein Prüfbuch und müssen jährlich zu einer Sicherheits-Prüfung. Diese kann von einer zugelassenen Werkstatt durchgeführt werden.
Technische Überprüfung in Österreich
In Österreichist der LKW so wie alle anderen Kraftfahrzeuge der § 57aBegutachtung zu unterziehen (allerdings jährlich) und bekommt das Pickerl. Noch in den 1990er Jahren mussten die LKW nicht wie die PKW zu einer Überprüfung in eine Werkstatt, sondern wurden jährlich bei Prüfanstalten der jeweiligen Landesregierung vorgeladen.
Wichtige LKW-Hersteller
Es gab in der Geschichte und gibt bis heute eine Vielzahl wichtiger LKW-Hersteller. Siehe dazu dieListe der Nutzfahrzeugherstellerund den Hauptartikel Geschichte der Nutzfahrzeugindustrie.
Siehe auch
Literatur
    • Werner Oswald: Deutsche Last- und Lieferwagen, Band 2, 1945-1969. 3. Auflage. Motorbuch Verlag, Stuttgart 2004, ISBN 3-613-01197-2
    • Werner Oswald: Deutsche Last- und Lieferwagen, Band 3, 1970-1989. 1. Auflage. Motorbuch Verlag, Stuttgart 2004, ISBN 3-613-02446-2
    • Bernd Regenberg: Die berühmtesten deutschen Lastwagen von 1896 bis heute. 4. Auflage. Verlag Podszun-Motorbücher, Brilon 1997, ISBN 3-923448-89-9
    • Halwart Schrader: Deutsche Lastwagen-Klassiker. 1. Auflage. Motorbuch Verlag, Stuttgart 1997, ISBN 3-613-01802-0
    • Wolfgang H. Gebhardt: Geschichte des Deutschen LKW-Baus Band 1–3. Weltbild- Verlag, Augsburg 1994, ISBN 3-89350-811-2
    • Peter j. Davies: Lastwagen der Welt - Das Lexikon der Marken und Modelle, Motorbuch Verlag 2000, ISBN 3-613-02257-5
Weblinks
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Commons: Lastkraftwagen– Bilder, Videos und/oder Audiodateien
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Wiktionary: Lastkraftwagen– Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen
3. Omnibus
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie. Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Omnibusaus der freien Enzyklopädie Wikipediaund steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autorenverfügbar.
Definition
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Dieser Artikel beschreibt das Kraftfahrzeug Omnibus. Für andere Bedeutungen siehe Omnibus (Begriffsklärung).
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Routemasterin London
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Doppelgelenkbus von Van Hool (Länge: 24,80 m)
Omnibus (v. lat.omnibus = "für alle"; über frz.: voiture omnibus = "Fahrzeug für alle") auch kurz als Bus oder in Deutschlandamtlich als Kraftomnibus (KOM) bezeichnet. In Österreichund in der Schweizwird er meist als Autobus bezeichnet.
Zu dieser Fahrzeuggruppe gehören große Straßenfahrzeuge, die dem Transport zahlreicher Personen dienen, z. B. im Öffentlichen Personennahverkehr.
Vor Erfindung des Automotorsbezeichnete ein Omnibus eine relativ große Kutschezum Personentransport. Die Bezeichnung "Omnibus" soll durch den Reklameschriftzug "Omnes omnibus" eines französischen Kaufmanns namens Omnesangeregt worden sein. Der FuhrwerksbesitzerBaudrywurde dadurch 1825 zur entsprechenden Benennung seiner Fahrzeuge angeregt.
Technik
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Bus mit Schülern in Bangkok
Der Antrieb erfolgt heute meist durch einen Diesel-oder Gasmotor; bei elektrischem Antrieb per Oberleitungspricht man von einem O-Bus oder Trolleybus, eine Variante ist der Duo-Bus. Wasserstoffantrieb durch Brennstoffzellenwird z. Z. weltweit erprobt. Schon früher wurden alternative Antriebskonzepte wie Hybrid-oder reiner Batterie-Elektrobetrieb erprobt, u. a. auch mit Energieversorgung aus Schwungradspeichern (Gyrobus).
Busse haben heute fast ausnahmslos einen Heckmotor und Hinterachsantrieb. Der Motor ist dabei meist liegend und unterflur angeordnet. Bei Niederflurbussenkommen auch stehende Motoren vor; in jedem Fall ragt bei ihnen der Motor immer mehr oder weniger in den Heckbereich und fordert dort eine andere Sitzanordnung.
Generell sind Busse im Vergleich zu Lkw ähnlicher Größe wesentlich leichter, so dass bei Reisebussen häufig einfache Sechs-Gang-Schaltgetriebeausreichen, meist mit einer Form von kraftunterstützter Schaltung und/oder automatischer Kupplung. Heute setzen sich auch in Reisebusse mehr und mehr automatisierte Getriebe durch, die durch Rechner anhand der Drehzahl und Geschwindigkeit geschaltet werden. Bei Stadtbussen werden inzwischen durchgängig Automatikgetriebe mit Drehmomentwandlereingesetzt, da die Automatik ohne Zugkraftunterbrechung einen etwas besseren Fahrkomfort für die stehenden Fahrgäste bietet.
Zwar gilt für Busse in Deutschland eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h, welche entweder durch mechanische oder elektrische Drosselungen (bspw. einen Abregelautomaten oder eine Schraube unter dem Fahrpedal) begrenzt wird, es können allerdings Sonderzulassungen für Überlandfahrzeuge (siehe Rechtliches in Deutschland) erteilt werden.
Beim Aufbau der Karosserie gibt es zwei Konzepte:
  • Die klassische Lkw-Bauweise besteht aus einem Längsträger, der wiederum den Antriebstrang mit Motor, Rädern und Bremsanlage trägt. Darauf sitzt der Aufbau mit dem Fahrgastraum.
  • Kleine Busse und einige Hersteller von Reisebussen setzen auf selbsttragende Karosserienwie im Pkw-Bau. Zu den Anbietern von großen Bussen gehört z. B. EvoBusmit der Setra- Baureihe.

Das Fahrwerkvon Reisebussen besitzt an der Vorderachse häufig eine Einzelradaufhängung. Die Hinterachse ist in der Regel starr. Linienbusse besitzen starre Vorder- und Hinterachsen.
Es gibt Bestrebungen, die Vorteile von Bussen (wenig Infrastruktur) und die Vorteile von Straßenbahnen (Komfort, Kapazität) zu vereinigen. Dies findet sich hauptsächlich in Frankreich, wo zahlreiche verschiedene Systeme zwischen der Definition Bus und Straßenbahn fahren. Inzwischen gibt es dies auch in Deutschland.
Bauarten
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Toyota Intelligent Multimode Transit System (führerlos) auf derExpo 2005
  • Zulassung:
 
Die Zuordnung, ob ein Kfz ein Bus darstellt, geht aus der Zulassung hervor. Ein (umgangssprachlich) z. B. VW Bus benanntes Fahrzeug ist zulassungsrechtlich ein PKW! Kraftfahrzeuge, die zulassungsrechtlich als < Bus > zum Einsatz im Straßenverkehr zugelassen sind, sind auch nach StVZO und STVO als Bus zu betreiben und zu führen/fahren.
  • Einsatzart/gewerbliche Verwendung
 
Für den gewerblichen Einsatz ist nach PBefG eine weitere Zulassung nach der gewünschten Verkehrsart erforderlich. Man unterscheidet grundsätzlich Busse (für die gewerbliche Verwendung/Verkehrsart) in Busse für Linienverkehr und in Busse für den Gelegenheitsverkehr (Manche Busse haben nachPBefGeine Zulassung für beide Verkehrsarten). Der Schulbusverkehr stellt eine Sonderform des Linienverkehrs dar und erfordert eine zusätzliche Ausstattung.
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Überlandbus auf den Färöern
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deutscher Niederflur-Gelenkbus der 1990er Jahre (Mercedes O 405 GN)
 
Stadtbussesind generell mit einer geringeren Anzahl und weniger komfortablen Sitzen ausgestattet, dafür mit zahlreichen Haltestangen für stehende Fahrgäste sowie mit Mehrzweckräumen (für Gepäck, Kinderwagen und Rollstühle). Für Linien mit großem Fahrgastaufkommen werdenDoppelstockbusseoderGelenkbusseeingesetzt. Doppelstöckige Gelenkfahrzeuge sind äußerst rar. Ein bekannter Typ ist derNeoplanJumboliner, 18 Meter lang und 4 Meter hoch mit einer Kapazität von 98 Sitzplätzen im Reiseverkehr. Doppelgelenkbusse haben als erstes in Aachen ihren festen Linienbetreib aufgenommen.
Größere Busse, darunter alle Gelenkfahrzeuge, haben generell drei Achsen. Bei starren Fahrzeugen ist dabei einfach die Hinterachse verdoppelt, bei Gelenkfahrzeugen liegt die Mittelachse vor dem Gelenk. Die heute übliche Bauform des Gelenkbusses ist der Pusher. D.h. der Motor sitzt ganz hinten und treibt die letzte Achse an. Der Hinterwagen schiebt also den ganzen Bus.
Eine spezielle Bauart stellen die aufFlughäfeneingesetztenVorfeldbussedar, die überwiegend Stehplätze mit nur wenigen Sitzplätzen bieten. Da sich diese nicht auf öffentlichen Straßen bewegen, unterliegen sie auch nicht derStVZO, wodurch es möglich ist, diese länger und breiter als herkömmliche Busse zu bauen.
Geschichte
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Erster Benzin-Omnibus der Welt gefahren von Karl Otto aus Nauholz
1827 wurde der Dampfomnibusin England erfunden.
Der erste Linienverkehr mit einem kraftstoffbetriebenen Bus fand am 18. März 1895 zwischen Siegenund Netphenstatt und wurde von der Netphener Omnibusgesellschaftdurchgeführt. Für den Betrieb der Linie wurde ein Gefährt mit dem Namen „Landauer“ eingesetzt, welches tatsächlich mehr Ähnlichkeit mit der gleichnamigen Kutscheals mit einem modernen Bus hatte. Dieser erste Omnibus der Welt wurde ab 1895, also noch ein Jahr vor dem ersten Lastkraftwagen, in Handarbeitim Familienbetrieb des Automobil-Pioniers Carl Benzgebaut und verfügte über acht Sitze und einen Motor mit 5 PS. Seine Durchschnittsgeschwindigkeit betrug 15 km/h, so dass er die Strecke zwischen Siegen und Netphen in einer Stunde und 20 Minuten bewältigte. Die Fahrt kostete die für damalige Verhältnisse hohe Summe von 70 Pfennig. Aufgrund der geringen Belastbarkeit der ersten Benz- Busse musste der Omnibusbetrieb im Siegerlandjedoch noch vor dem Ablauf des Jahres schon wieder eingestellt werden. Trotz dieses Rückschlags entstanden, durch ständige Verbesserung der Fahrzeugtechnik, in den Folgejahren weltweit immer neue Linienverbindungen.
Historische Bauarten
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Ein alter MB O 3500 - hier als Nostalgiebus auf Borkumim Einsatz
In den 1930er Jahren waren Sattelzugomnibusse üblich, z.B. BüssingTyp SS und Typ DS. Heute werden Sattelzugomnibusse als kubanischeEigenentwicklung in der HauptstadtHavannaals öffentliches Nahverkehrsmitteleingesetzt. Wegen ihrer Bauform mit abgesenktem Einstiegsbereich in der Mitte des Auflegers werden sie Camello(dt. Kamel) genannt. In den Anfängen der Bustechnik wurden die Fahrzeuge mit Frontmotor als Langschnauzer gebaut (z. B. Mercedes-Benz O 3500 aus den 1950er Jahren, 6 Zylinder Motor mit 90PS) und es gab auch offene Fahrzeuge. Büssingbaute in den 1960er Jahren Einheinhalbdecker.
In den 1950er Jahren waren inDeutschlandvereinzelt Schienen-Straßen-Omnibusseüblich, die als Zweiwegefahrzeugesowohl auf der Straße als auch auf Schienenstrecken verkehren konnten.
VÖV-Busse


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MAN VÖV-II-Bus
(Hauptartikel: VÖV-Bus)
In den 1960er Jahren begann in derBundesrepublikeine Vereinheitlichung der Bustypen durch den Verband öffentlicher Verkehrsbetriebe(VÖV), der in Zusammenarbeit mit einigen Verkehrsbetrieben Prototypenfür Standard-Linienbusse entwickelte, die dann von mehreren Herstellern adaptiert wurden.
Der Erste Prototyp , als VÖV Ibezeichnet, führte ab 1968 zur Produktion beispielsweise des Mercedes-Benz O 305, MAN SL 200, Magirus-Deutz 260 SH 110, Ikarus 190und Büssing BS 110 V.
Der VÖV II-Bus, als Nachfolger des VÖV I, hatte als Ziel der Entwicklung einen niedrigeren Fahrzeugboden und dadurch eine niedrigere Einstiegshöhe. Aus den zwischen 1976 und 1978 erprobten Prototypen S 80 entwickelten sich beispielsweise der Neoplan N416, der Mercedes Benz O 405 und der MAN SL 202.
Aus dem VÖV II wurde einNiederflur-Bus entwickelt, der die Grundlage für beispielsweise den Neoplan N4014NF, den Mercedes Benz O 405 N oder den MAN NL 202 bildete. Gerne wird dieser Bus als VÖV III bezeichnet, aber eine offizielle VÖV III-Richtlinie hat es nie gegeben.
Busbahn/Spurbus
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Busbahnin Australien
In den letzten Jahren wurde das Konzept von spurgeführten Bussenwieder aufgegriffen. Die Entwicklungen beispielsweise des französischenCiVis, des Twistoin Caen oder der AutoTramdes Fraunhofer-Institutssind eine Mischung von Fahrzeugen, die äußerlich den Straßenbahnenähneln, aber auf Gummireifen fahren und mittels unterschiedlicher Systeme automatisch auf einer vorgegebenen Spur geführt werden können.Dieses Prinzip wird seit Jahren durch die Stadtwerke Essen im Bereich des Mittelstreifens der A40 ab Essen Kray in Richtung Stadtmitte genutzt.
Verkehrsarten
Es gibt verschiedene Formen des Omnibusverkehrs, deren Anforderungen die Bauart des Fahrzeugs bestimmen:
Bedeutung
In dünnbesiedelten Gegenden hat der Omnibus die früher üblichen Kleinbahnenersetzt, in vielen Städten hat er die Straßenbahnverdrängt. In den Randbereichen der Städte sind durch die Kfz- Dichte pro Haushalt und die Disposition der Bewohner sowie die oft topografisch schwierige Situation (schmale steile Straßen) Buslinien nur mehr schwer zu betreiben – je nach Umsetzung der leistungsbezogenen Verteilung der Verbundgelder (nach Sitzplatzkilometer oder Fahrgastkilometer) werden hier möglicherweise in Zukunft nur mehr modifizierte Linienverkehre wie z.B BEHA im VORoder Sammeltaxen verkehren.
Regionalspezifisches
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Sattelzugomnibus in Havanna (sog. Camello)
Österreich
In Österreichwird der Begriff Omnibus kaum verwendet. Stattdessen wird entweder das Wort Autobus, Obus oder einfach Busbenutzt.
Schweiz
Auch in der Schweizwird nur das Wort Bus im Stadt- und Regionalverkehr verwendet. Für den Typ des Reisebusses wird in der Schweiz hingegen der französische Begriff Car oder Autocarbenutzt.
Bushersteller
Es gab in der Geschichte und es gibt bis heute viele wichtige Bushersteller. Siehe dazu die Liste der Nutzfahrzeugherstellerund Geschichte der Nutzfahrzeugindustrie.
Rechtliches in Deutschland
  • Rechtlich wird als Kraftomnibus (KOM) ein zur Beförderung von Personen bestimmtes Kraftfahrzeug mit mehr als 8 Fahrgastplätzen (ohne den Fahrer) definiert.
  • Für einen KOM gilt auf Landstraßen und Autobahnen eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h. Busse, bei denen die Fahrgäste während der Beförderung stehen, unterliegen einer Geschwindigkeitsbeschränkung von max. 60 km/h auf allen Straßen außerorts. Omnibusse dürfen mit einer Ausnahmegenehmigung, wenn die Anforderungen des § 18 StVOerfüllt werden, auf Autobahnen 100 km/h fahren, dies wird durch ein Tempo-100-Schild mit Siegel der Zulassungsstelle am Heck des Fahrzeuges sowie der Eintragung "Für 100 KM/H auf Autobahnen geeignet" gekennzeichnet.
  • Zum Führen eines Kraftomnibusses ist eine besondere Fahrerlaubniserforderlich, die nach den EU-weiten Regelung als Klasse D oder D1 bezeichnet werden und mit der Klasse E (Anhänger) kombiniert werden können. Die Klasse D und D1 erfordert alle 5 Jahre eine neue medizinische Untersuchung. Ab dem 50. Lebensjahr kommt noch eine psychologische Untersuchung hinzu.

Dazu kommen ab 2007 weitere Qualifizierungsmaßnahmen aus dem Gesetz zur Einführung einer Grundqualifikation und Weiterbildung der Fahrer im Güterkraft- und Personenverkehr.
  • Kraftfahrzeuge, die als Kraftomnibusse zugelassen sind, unterliegen regelmäßigen Untersuchungen, z. B. jährliche Hauptuntersuchung("TÜV") und vierteljährliche Sicherheitsprüfung(siehe dazu § 29 StVZO; Beispiel: Funktions- und Sichtprüfung der Bremsen und Lenkung, aber auch Schließkraftmessungder sich automatisch schließenden Türen).
  • Kraftomnibusse gelten als Personenkraftwagen, d. h. ihnen stehen ähnliche Rechte wie Pkw bis 3,5 t zu (z. B. wenn es um Überholverbote für LKW geht).
  • Seit dem 1. Juli1960ist der Einsatz von Busanhängernzur Personenbeförderungverboten. Gegenwärtig wird geprüft, ob Busanhänger wieder zugelassen werden sollen; Probebetriebe mit Ausnahmegenehmigung gibt es zur Zeit (Juni 2006) in Wolfsburg, Reutlingen, Pinneberg und Brandenburg.
Mietomnibus
Mietomnibus ist ein Begriff aus dem Personenbeförderungsgesetz(§ 49 Abs. 1 PBefG). Unter Verkehr mit Mietomnibus versteht man eine Form des Gelegenheitsverkehrsmit Kraftfahrzeugen, welche durch ein Verkehrsunternehmen angeboten werden kann, jedoch Ziel, Zweck und Ablauf der Fahrt der Mieter (Fahrgast) bestimmt. Wichtiges Kriterium ist, dass der Mietomnibus vom Fahrgast im ganzen angemietet wird. Mieter kann auch ein zusammengehöriger Personenkreis sein, welcher über Ziel und Ablauf der Fahrt einig sein muss (z. B. Schulklassen, Vereine etc.). Mietomnibusse dürfen sich nicht auf öffentlichen Straßen und Plätze zum Zweck der Fahrgastaufnahme bereithalten.
Der Gelegenheitsverkehr mit einem Mietomnibus ist erlaubnispflichtig und bedarf einer Genehmigung der zuständigen Verkehrsbehörde.
Für den Mietomnibusverkehr gelten auch die Bestimmungen der BOKraft.
Siehe auch
Literatur
    • Wolfgang H. Gebhardt: Deutsche Omnibusse seit 1895, Motorbuch Verlag 2002, ISBN 3- 613-02140-4
    • Ralf J. F. Kieselbach: Stromlinienbusse in Deutschland - Aerodynamik im Nutzfahrzeugbau 1931 bis 1961 Kohlhammer Edition 1983, ISBN 3-170-07930-1
Weblinks
4. Motorrad
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Definition
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diverse Motorräder auf einem Parkplatz
Das Motorrad (amtliche Bezeichnung: Kraftrad, im militärischen Sprachgebrauch: Krad) ist ein einspuriges Kraftfahrzeugmit üblicherweise 1 bis 2 Sitzen.
Geschichte
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Gottlieb DaimlersReitwagenvon 1885 (Nachbau)
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Zyklon Motorrad um 1900
Motorrad und Fahrrad beruhen auf dem Zweirad-Prinzip, welches Karl Drais, damals noch Freiherr, 1817in Form seiner Laufmaschine als Ersatz für verhungerte Pferde erfunden hat. Schon 1820 schrieb er, dass er Pferde „durch die Dampfmaschine selbst noch mehr zu übertreffen getraue.
Beim nächsten Entwicklungsschub fuhren Dampfmotorräder in Frankreich und den USA. Louis Perreaux's Dampfveloziped als Zweirad 1871 (patentiert seit 1868) ist erhalten, für das Dreirad gab es 1878 einen Verkaufskatalog. Wie viele Fahrzeuge verkauft wurden, ist nicht bekannt. In Roxbury, Massachusetts, baute um 1870 Sylvester Roper mehrere Dampfvelozipede und stellte sie gegen Eintritt aus.
Erstes Serien-Benzinmotorrad ist dieHildebrand und Wolfmüllervon 1894. Zwar gab es von Gottlieb Daimlerbereits 1885den „Reitwagen“ als Versuchsträger und Einzelstück, dieser war aber wegen der seitlichen Stützräder eigentlich kein Motorrad.
Motorräder in industriellem Maßstab wurden zuerst von der Firma Indian(USA) hergestellt.
Mit den technischen Verbesserungen

wurde das Motorrad wirklich fahrbar.
Wesentliche Entwicklungen gingen aus von

Bis zum Ersten Weltkrieg warIndiandie weltweit größte Motorradfabrik. Danach wurde dieser Titel weitergegeben an Harley Davidson, ab 1928an DKWund nach dem Zweiten Weltkrieg an NSU. Anfang der1970erJahre kam dann mit Hondaein japanischer Hersteller zu diesen Ehren (bis heute).
Hondastellte 1969mit derCB 750 Fourein richtungsweisendes Motorrad mit einem quer eingebauten Vierzylinder-Viertaktmotor vor, nachdem bereitsGileraseit den 1930erJahren mit einer Rennmaschine dieses Konzept sehr erfolgreich einführte. Auch MV Agustastellte seit1966Motorräder dieser Bauweise her, konnte sich jedoch nie am Massenmarkt durchsetzen und blieb ein Kleinserienanbieter auf hohem Preisniveau.
Als mächtigste der in Serie gefertigten Motorräder gelten die U.S. amerikanischenBoss HossModelle, mit V- 8 Automotoren, über 5 Litern Hubraumund mehr als 225 kW Leistung, als längstes Motorrad dieBöhmerland.
Nach den schlechten Verkaufszahlen von Motorrädern als Folge der steigenden Popularität des Automobils Ende der 1950erJahre wurde Motorradfahren erst in den 1970ernals Freizeittrend wiederentdeckt. Motorradhersteller wieTriumphund MV Agustaerlebten ihre Wiederauferstehung.
Besondere Bauarten
Sonderformen mit drei Rädern (Gespanne) werden den Motorrädern zugeordnet, da sie in der klassischen Form Motorräder mit Beiwagensind und auch getrennt werden können.
Trikesund Quadszählen nicht zu Motorrädern, in Deutschland können sie mit dem Autoführerschein gefahren werden.
Mofas(Motorfahrrad), Mopeds(Motorpedalfahrzeug),Mokicks, und Leichtkrafträdersind motorisierte Zweiräder, die eine geringe Leistung haben (ab 1 kW).
Technik
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BMWR 52, 1928
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IndianChief, Baujahr 1947
Der Antriebsmotor ist in den meisten Fällen ein Viertakt-Ottomotor, seltener ein Zweitaktmotor. Zweitaktmotoren werden zunehmend seltener, weil sie Geräusch- und Abgasregelungen nur unzureichend erfüllen. Motorräder haben typischerweise einen bis vier Zylinder; Zweizylindermotoren sind als Reihenmotoren, Boxermotorenoder V- Motorenangeordnet, Drei- und Vierzylindermotoren sind fast immer Reihenmotoren.
Maschinen mit untypischen Motoren sind die Honda PanEuropean mit 4-Zylinder V-Motor und einzelne Modelle von Honda, Kawasaki und Benelli mit 6 Zylindern. Die Honda Goldwing mit 4 oder 6 Zylinder Boxermotoren und verschiedene Wettbewerbsfahrzeuge mit 3 Zylindern (2 Zylinder stehend, 1 Zylinder liegend).SuzukiRE 5, Van Veen OCR, NortonCommando und TT). Alternative Antriebskonzepte sind Dieselmotoren(Taurus 325/Centaurus 851, Enfield Diesel (Indien), Sommer- Hatz-Diesel (Deutschland)) und Wellenturbinen(Y2K Turbine Superbike).
In den meisten Fällen wird die Motorleistung mit einer Ketteauf das Hinterrad übertragen. Daneben werden als wartungsärmere Alternativen Kardanwellenoder Zahnriemenbenutzt. Der Nachteil der Kardanwelle ist zum einen das höhere Gewicht, zum anderen auch durch Lastwechsel bedingte Aufstellmomente, das jedoch durch Einbau einer Paraleverstrebeabgefangen werden kann. Dies erhöht jedoch wiederum das ohnehin hohe Gewicht des Kardanantriebs, weswegen bei sportlichen Motorrädern fast immer Kettenantrieb verwendet wird. Diese Art der Kraftübertragung hat jedoch auch ihre spezifischen Nachteile wie ihre Pflegebedürftigkeit (Spannen und Schmieren) sowie der Verschleiß von Antriebsritzel, Kettenrad und Kette. Das Vorderrad wird nur bei sehr wenigen Modellen zusätzlich angetrieben. Bereits seit über 40 Jahren gibt es Allrad- Motorräder der Marke ROKON (USA), bei denen beide Räder durch Ketten angetrieben werden.
Bedient wird ein Motorrad mit Händen und Füßen, jedoch ist die Anordnung der Bedienelemente anders als beispielsweise beim PKW. Am weitesten verbreitet ist folgende Kombination: Die Gangschaltungwird mit dem linken Fuß bedient, die Kupplungmit der linken Hand, das Gasmit der rechten Hand (Drehgriff), ebenso wie die Vorderradbremse (Bremshebel), während die Hinterrradbremse mit dem rechten Fuß bedient wird. Der Blinkerist meist links zu finden, während die Schalter für die Beleuchtung oft auch rechts zu finden sind.

Ein Motorrad zeichnet sich durch ein im Verhältnis zum PKWniedrigeresLeistungsgewichtaus. Die Motorleistung muss so weniger Massebeschleunigen. Relativ hohe Beschleunigungswertesind die Folge (z.B.: 0-100 km/h in knapp über 3 Sekunden).
Die leistungsstärksten serienmäßigen Straßenmotorräder erreichen mit über 300 km/h höhere Geschwindigkeitenals die meisten Serien-PKW, durch den gegenüber PKW geringeren Luftwiderstand (das Produkt aus Luftwiderstandsbeiwert(cw-Wert) und der Stirnfläche (m²)). In Europa haben sich die Importeure und Hersteller 2002 eine freiwillige Geschwindigkeitsobergrenze von 299 km/h auferlegt, um einer gesetzlichen Regulierung entgegenzuwirken.
Inzwischen werden für zahlreiche Motorräder Fahrassistenzsysteme wie bei Autos angeboten, so das ABSund Verbundbremsen; und ab 2007 auch die Antriebs-Schlupfregelung (Automatic Stability Control - ASC)bei BMW-Motorrädern.[1]
Motorrädern entwickeln je nach Fahrweise besonders viel Verkehrslärm. Dabei sind es nicht die Abrollgeräusche wie beim Auto, die als störend wahrgenommen werden, sondern die Motor- und Ansauggeräusche des freiliegenden Antriebsaggregats. Ein Motorrad mit Höchstdrehzahl kann als ebenso laut wahrgenommen werden wie 1000 Motorräder, die im Standgas laufen.[1]Diese Spanne ist bei Autos weitaus geringer.
Typen
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ImmeR 100, 1948/49
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Puch150 TL, 1953
Nach Einsatz und Charakteristik werden Motorräder in Typen unterteilt:
 
Motorradfahren
Nach dem Zweiten Weltkriegheimkehrende amerikanische Flugzeugbesatzungen, Bomber und Piloten, die keine Arbeitsplätze und oft auch ihre Frauen nicht mehr hatten, schlossen sich zu Motorradgangs zusammen (in Kalifornien die Hells Angels), um gegen die etablierte Gesellschaft zu protestieren (siehe auch: [[Rocker Rocker). Im Film Easy Ridervon 1969schließlich wird dieses gesellschaftliche Außenseitertum romantisch verklärt.
Motorradfahrer schließen sich häufig in losen oder organisierten Gruppen (Clubs) zusammen.
Motorradreisen(Touren) sind eine beliebte Tätigkeit der Motorradfahrer. Weit verbreitet sind Motorradreisen mit mehreren Fahrzeugen (auch mit Sozius/Sozia). Sie werden meistens selbst organisiert; typischerweise wird dabei das Gepäck selbst mitgeführt. Es werden aber auch organisierte Motorradreisen angeboten, bei denen häufig das Gepäck auf Begleitfahrzeugen mitgeführt wird. Für Motorradreisen wurden spezielle Motorradarten entwickelt: der Tourer(Tourenmaschine) und der Cruiser.
Im Jargonwird Motorradfahren zuweilen als Ausritt bezeichnet.
Es gibt Cruiser (Genussfahrer), Tourenfahrer, Sportfahrer und den harten Kern, die Alltagsfahrer, die jeden Weg bei jedem Wetter mit dem Motorrad zurücklegen.
Seit den 1980er Jahren finden in vielen Städten auch große Motorradgottesdienste(MOGO) statt, die mit einer gemeinsamen Konvoifahrt ins Umland endet.
Motorradfahrer grüßen sich häufig unterwegs mit Handzeichen; diese Geste ist Ende der1950erJahre entstanden, als man „unter sich“ war . In Ländern mit Linksverkehrerfolgt der Gruß üblicherweise durch Kopfnicken, da hier sonst die rechte Hand vom Gasgriff genommen werden müsste. In einigen Ländern, so zum Beispiel in Frankreich, ist es üblich, dass Überholende durch Ausstrecken oder Heben des rechten Beines grüßen.
Zum Motorradfahren auf öffentlichen Straßen, Plätzen und Wegen ist eine ausreichende Fahrerlaubnis(je nach Motorleistung) erforderlich. In Deutschland sind es die Klassen A (offen, ab dem 25. Lebensjahr oder nach 2 Jahren, wenn dieser als A (begrenzt) erworben wird), A (begrenzt, ab dem 18. Lebensjahr; max. 25 kW und nicht mehr als 0,16 kW/kg Leergewicht) oder A1 (ab dem 16. Lebensjahr; max. 11 kW und 80 km/h), oder die (weiterhin gültigen) Klassen 1 (unbegrenzt) oder 1a (begrenzt) bzw. 3 (vor dem 1. April 1980, Bestandsschutz für 125 cm³). Motorradfahren lernt man zwar in den Grundzügen in einer Fahrschule- richtiges Beherrschen des Fahrzeuges aber erst durch genügend Fahrpraxis unter Anleitung von erfahrenen Fahrern. Der Besuch eines Fahrtrainings ist wegen der erhöhten Gefährdung noch mehr als bei PKW empfehlenswert.
Die Motorradindustrie klagt in Deutschland und Europa heute über rückläufige Absatzzahlen. Gründe liegen in den hohen Anschaffungskosten, die Motorradfahren für junge Fahrer oft unerschwinglich machen. Auch die gestiegenen Freizeitangebote führen nicht mehr automatisch zum Motorrad. Viele junge Menschen werden durch die Eltern zurückgehalten, die das Motorradfahren als zu riskant ansehen. Positiver Nebeneffekt der reiferen Fahrer und der sicheren und gut gewarteten Maschinen sind stark rückgängige Unfallzahlen, was sich auch durch rückläufige Versicherungsprämien bemerkbar macht. Die Zahl der bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommenen Motorradfahrer sank von 946 im Jahre 2003 auf 858 im Jahre 2004.
Das Durchschnittsalter der deutschen Motorradfahrer liegt zwischen 35 und 40 Jahren und steigt beständig weiter an. Das erklärt die Tendenz sowohl zu hochpreisigen Maschinen als auch zu so genannten Sofa- Rollern mit großvolumigen Motoren (z.B. Suzuki Burgman 650 mit 41 kW).
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Das „militärische“ Krad um 1940 im Balkan
Namensgebung
Im Amtsdeutsch (Zulassungsstelle etc.) gilt die Bezeichnung Kraftrad, in der Zeitungslandschaftund im militärischenSprachgebrauch hat sich bis heute die Kurzform Krad gehalten. Offene, dreirädrige Fahrzeuge werden jedoch allgemein als Trikebezeichnet.
Andere Bezeichnungen für Motorrad im Allgemeinen sind unter anderen: Bock, Hobel, Ofen, Töff (letzteres überwiegend in der Schweiz gebräuchlich).
Literatur
    • Bernt Spiegel: Die obere Hälfte des Motorrads. Motorbuch Verlag, München 2002 ISBN 3- 613022-68-0. (Wichtig für den mentalen Hintergrund - hier erklärt ein Verhaltensforscher, Motorradfahrer und Instruktor die Grundlagen, Hilfen und Techniken des Fahrens)
    • Harry Niemann: Der Kniff mit dem Knie. Motorbuch Verlag, ISBN 3-613-01737-7.
    • Keith Code: Der richtige Dreh II. 1. Aufl. California Superbike Verlag, Schuld 1995 (Band 2). ISBN 3-924662-01-0. (Standardwerk zu den Grundlagen des Motorradfahrens); Amerikanische Originalausgabe: A Twist of the Wrist II. Acrobat Books, Venice 1993 ISBN 0-918226-31-7.
    • Jürgen Stoffregen: Motorradtechnik. Vieweg Verlag, Braunschweig 2004. ISBN 3- 528449- 40-3. (Technisches Fachbuch auf dem neuesten Stand)
    • Nepomuck/Janneck: Das Schrauberhandbuch. Moby Dick Verlag ISBN 3-89595- 101-3. (laienverständliche Darstellung von Technik, Wartung und Instandsetzung)
    • Hugo Wilson: Das Lexikon vom Motorrad. Motorbuch Verlag, Stuttgart 2001 ISBN 3- 613017-19-9. (Gute Übersicht)
    • Thomas Krens and Matthew Drutt (Hrsg.): The Art of the Motorcycle. 2003 ISBN 0-  810991-06-3 (Kompendium der Motorradgeschichte, -kultur, -technik und des Designs)
    • Erwin Tragatsch: Motorräder - Deutschland, Österreich, Tschechoslowakei 1894 - 1976. Motorbuch Verlag, Stuttgart 1985 ISBN 3-87943-213-9 (Das Buch stellt nahezu 500 Firmen vor, die in den genannten Ländern Motorräder gebaut haben.)
    • Alan Dowds: Motorräder. Verlag EDITION XXL, 2005. (100 der weltbesten Superbikes) ISBN 3-89736-329-1
    • Bernt Spiegel: Motorradtraining alle Tage. Motorbuch Verlag, München 2006. ISBN 3-613- 02501-9. (Praxisband zu Die obere Hälfte des Motorrads. Weniger Theorie, trotzdem gut verständlich auch ohne das Hauptwerk.)
    • Alexander Spoerl: Mit Motorrad und Roller auf du, Piper Verlag München, 1955, reprint Schrader Verlag 1995, ISBN 3-613-87139-4. Der berühmte Autor erklärt die Feinheiten und Eigenschaften des Motorradlebens im typischen Stil der 50er Jahre
Siehe auch
Quellen
Weblinks
5. Traktor
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
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Dampfkraftwagen
Zur Familie der Dampfmaschinen gehört der 1765 von Nicholas Cugnotkonstruierte Dampfkraftwagen, auch Dampftraktorgenannt. Dieser Fahrzeugtyp hielt in der Landwirtschaft Einzug und trug zur Entwicklung der Dampflokomotivebei.
Allgemein
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Ein Traktor der Marke Ford, Modell 5000 mit 68PS
Traktoren werden zum Ziehen vonAnhängernund landwirtschaftlichen Gerätenbenutzt. Vielfach lassen sich auch landwirtschaftliche Maschinen direkt an den Traktor anbauen und über eine Antriebswelle (Gelenkwelle/Zapfwelle) vom Motor des Traktors oder über die Hydraulikantreiben. Um die für die Feldarbeit notwendige Geländegängigkeit zu erreichen, besitzen Traktoren oft Allradantrieb und mindestens zwei, heute oft auch vier sehr große Räder mit grobstolligen Profil.
Heutige Traktoren gibt es für viele Verwendungszwecke in allen Formen, wie ganz kleine, die vor allem im Gebirgein der Forstwirtschaftoder Almwirtschafteingesetzt werden können, sehr schmale für denWeinbauoder große für den Ackerbauim Flachland. Um eine optimale Geschwindigkeit für die jeweilige Arbeit zu erreichen verfügen moderne Traktoren oftmals über ein vielstufiges Lastschaltgetriebeoder ein stufenloses Getriebe. Als häufig genutzte Zusatzausrüstung an Traktoren ist ein Frontlader, manchmal auch ein Heckladerangebracht. Größere Traktoren verfügen heute meistens über eine Kabinemit Klimaanlageund haben gegenüber anderen Fahrzeugen technische Besonderheiten wie Einzelradbremse und Differenzialsperren.
Sonderformen stellen der Unimog, der Geräteträgerund der so genannte Muli dar, die meist mit einem etwas längeren Radstand als andere Traktoren konstruiert sind. Der Geräteträger verfügt vorn vor oder über dem Unterflurmotorüber einen weiteren Anbauplatz für zusätzliche Arbeitsmaschinen (alternativ eine Ladepritsche), während der Unimog und der Muli hinter der Fahrerkabine noch eine Transportfläche aufweisen und sehr geländegängig sind. Der Muli wird vor allem in Westösterreich, der Schweizund Südtiroleingesetzt. Auch die sog. Trac-Schlepper (MB-Trac, Deutz INTRAC, JCB Fastrac), bei denen der Arbeitsplatz des Fahrers weiter vorn oder mittig zwischen den Achsen positioniert ist, weichen von der herkömmlichen Standard- Bauweise ab. Eine andere vereinfachte kleine Schlepperform ist der handgeführte Einachsschlepper.
Der Trend zu immer stärkeren und schwereren Maschinen (höhere Zugkraft) hat als Folge auch eine höhere Bodenverdichtung und damit geringere Bodenerträge zur Folge. Dem kann mit dem Aufziehen von ballonartigen Niederdruckreifen (Terrareifen), die das Fahrzeuggewicht besser verteilen und durch den niedrigen Reifeninnendruck auch weniger Bodendruck verursachen, oder dem Einsatz von Zwillingsreifen(Montage eines zweiten, vollständigen Rades am eigentlichen Rad des Schleppers) entgegengewirkt werden.
Bedingt durch die steigenden Fahrgeschwindigkeiten von Traktoren (bis zu 80 km/h beim JCBFastrac) und durch die geringe Dämpfungder großvolumigen Traktorreifen besitzt ein Großteil der heutigen Traktoren eine Federung zumindest der Vorderachse. Die Vorderachse wird meistens durch ein hydraulisches oder ein pneumatisches System gefedert. Traktoren mit Vollfederungsind bisher nur wenig verbreitet, obwohl sie Vorteile für den Fahrkomfort, die Fahrsicherheit und den Bodenschutzmit sich bringen.
Die häufigsten Unfälle mit Traktoren geschehen in bergigen Gegenden durch Umkippen. In Österreich müssen sie deshalb seit 1960, in Deutschland seit Anfang der 1970er Jahre, mit einem Überrollbügelausgestattet werden. Im Zuge dessen wurden vermehrt überrollsichere Kabinen aufgebaut.
Geräte, die mit dem Traktor gezogen oder angetrieben werden können
Historisches
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Stock(1937)
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Guidetti Condor DA 350
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Traktortreffen in Ensheim 2005
Die ersten Traktoren wurden durchDampfmaschinenangetrieben (Lokomobile). Später setzte sich in Europa der Dieselmotorals Antriebsquelle durch, während in Amerika noch einige Zeit auch Benzinmotorenzum Einsatz kamen. Bis in die 1970erJahre hatten Traktoren eher geringe Motorleistungen, dafür jedoch hohe Drehmomenteund stark untersetzte Getriebe. Moderne Traktoren weisen vielfach über 100 kWLeistungauf und können manchmal bis zu 80 km/hGeschwindigkeiterreichen.
Besonders hohe Leistungen weisen Sporttraktoren auf, die für das Tractor-Pullingeingesetzt werden, eine Motorsportart, die im 20. Jahrhundertin USAaufkam und sich Anfang der 80er Jahre auch über Europa ausbreitete. Beim Tractor Pulling geht es darum, einen Bremswagen, der seinen Zugwiderstand streckenabhängig erhöht, auf einer 100 m Piste möglichst weit zu ziehen. In der Freien Klasse liegen die Leistungen der Traktoren manchmal bei bis zu 10.000 PS.
Eine sehr bekannte Konstruktion stellt der Lanz Bulldogvon 1921 dar, der auch nach dem Zweiten Weltkriegnoch als Vorbild für viele Nachbauten weltweit diente und heute Liebhaberpreise erzielt. Er gehört bei jedem Treffen historischer Traktoren einfach dazu; in verschiedenen Gegenden Deutschlands entwickelte sich der Name Bulldog umgangssprachlich gar zum Synonym für den Begriff Traktor. Das Lanz-Werk inMannheimwurde 1956 von John Deereübernommen und ist heute die größte Traktorfabrik Europas. Wegweisend in der Treckerentwicklung waren auch die Erfindungen der hinteren Dreipunktaufhängung mit Hydraulik (Dreipunkthydraulik) durch Harry Ferguson und der Zapfwelle, die sich ab ca. 1960 allgemein durchsetzten und aus der landwirtschaftlichen Zugmaschine einen sehr vielseitig nutzbaren Geräteschlepper machte.
Außerhalb der Landwirtschaft werden Traktoren auch als Zugmaschinen beim Zirkusund im Straßenbaueingesetzt. Auch in der kommunalen Grünpflege und Straßenreinigung hat die Verwendung spezieller meist kleinerer Traktoren immer mehr zugenommen.
Traktorfreunde
Etwa seit den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts finden sich in Deutschland verstärkt Traktorliebhaber, die alte Traktoren und die dazugehörigen Anbaugeräte restaurieren und wieder fahrfähig machen. Die Traktorliebhaber finden sich oft in Interessengemeinschaften oder eingetragenen Vereinen zusammen, die Traktortreffen mit diversen Vorführungen und Ausfahrten in den jeweiligen Regionen organisieren. Die Vereine nennen sich meist Traktorfreunde, Bulldogfreunde, Freunde alter Landmaschinen usw. und sind teils Markenbezogen (Lanz, Eicher, Hanomag, Deutz, FAHR, Fendt, Güldner, Porsche, Unimog, Schlüter usw. usw.) Folgende Liste gibt einen Einblick.

In Österreich gibt es Traditionsvereine, die speziell eines der ersten Modelle von Steyrden so genannten 15-er, der erstmals Ende der1940erJahre bis in die 1960ergebaut wurde, sammeln und pflegen.
Fachpresse
Die zunehmende Sammelleidenschaft für historische Landmaschinen in der Bevölkerung zog auch die Gründung diverser Fachzeitschriften nach sich, die nach langer Dominanz klassischer Vereinsnachrichten den Markt um professionelle journalistische Produkte bereicherten. Diese Publikationen sind meist im Bahnhofsbuchhandel erhältlich. Sie informieren im Zeitschriften- Format und in Farbe über interessante Restaurierungs-Projekte, Vereinsaktivitäten, Schleppertreffen und vieles mehr.
Führend sind:

Beide Zeitschriften machen ihre Inhalte allerdings kaum im Internet verfügbar. In diese Bresche springen (vor allem im englischsprachigen Raum) unabhängige Journalisten die ihre Reportagen z.B. in Form von Blogs zugänglich machen:
Beispiele:
Traktormarken
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Wikibooks: Traktorenlexikon– Lern- und Lehrmaterialien

In der konventionellen Landwirtschaft in Deutschland kommen heute überwiegend die Marken Case, Deutz, Fendt, Ford-New Holland, John Deere, MC Cormick Massey- Ferguson und Schlüter zum Einsatz. Claas hat erst 2003 die Traktorensparte von Renault übernommen. Aufgrund der herausragenden Bedeutung des Unternehmens als Hersteller von Mähdreschernhat die Akzeptanz der Traktoren in Deutschland schnell an Bedeutung gewonnen, auf dem Schleppermarkt gehörte Claas 2004 bereits zu den sechs stärksten Anbietern.
Fahrerlaubnis
Die Führerscheinklassen zum Betrieb landwirtschaftlichen Gerätes sind in Europa national geregelt. Sie gelten nicht international.
Deutschland
In Deutschland ist zum Führen eines Traktors ein Führerscheinder Klasse L (mit 16 Jahren oder mit Sonderantrag mit 14) (früher Klasse 5) erforderlich. Ohne Anhänger darf man Maschinen mit einer durch die Bauart bestimmten Höchstgeschwindigkeit bis 32 km/h fahren. Die Mitführung eines zulassungsfreien Anhänger (25km/h; grünes Wiederholkennzeichen) ist erlaubt. Zum Führen eines schnelleren Traktors ist Klasse T (wenn nicht vorhanden, dann in Abhängigkeit vom zGG entweder B, C1 oder C, bei Anhängerbetrieb mit "E"), erforderlich. Ab 16 Jahren bis 18 Jahren ist maximal 40 km/h erlaubt. Ab 18 Jahren kann der Landwirt dann Traktoren bis zu einer Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h (37.28 mph) fahren.
Österreich
Notwendig ist eine Lenkberechtigung bzw. Führerscheinder Klasse F oder B oder C. Hat die Zugmaschine eine Bauartgeschwindigkeit von nicht mehr als 10 km/h (und damit kein Kennzeichen), so gilt die Zugmaschine als Fuhrwerk und es ist keine Lenkberechtigung notwendig. Mit der Lenkberechtigung der Klasse F dürfen alle Zugmaschinen gelenkt werden, deren Bauartgeschwindigkeit 50 km/h nicht übersteigt. Außerdem dürfen Anhänger bis 3500 kg Gesamtgewicht gezogen werden, ohne dass eine zusätzliche Lenkberechtigung benötigt wird.
Für Zugmaschinen mit höherer Bauartgeschwindigkeit als 50 km/h benötigt man entweder einen Führerschein der Klasse B (bei Zugmaschinen bis 3500 kg höchster zulässiger Gesamtmasse) oder Klasse C.
Die Lenkberechtigung der Klasse F gilt nur im Inland.
Siehe auch
Literatur
  • Nick Baldwin: Klassische Traktoren aus aller Welt. Das Bild-Lexikon der Marken und Modelle aus aller Welt. Motorbuch-Verlag, Stuttgart 2005, ISBN 3- 613-02572-8
  • Wolfgang H. Gebhardt: Deutsche Traktoren seit 1907. Motorbuch Verlag, Stuttgart 2006, ISBN 3-613-02620-1
  • E. L. Barger: Tractors and their power units. John Wiley & Sons, New York ca. 1952 (Digitalisat)
  • Harold E. Gulvin: Farm engines and tractors. McGraw-Hill, New York 1953 (Digitalisat)
  • H. J. Hine: Tractors on the farm. Use and maintenance. Farmer & Stock- Breeder, London 1947 (Digitalisat)
Weblinks